Aktuelles.

Konsequente Antworten auf steigende Jugendkriminalität: Absenkung der Strafmündigkeit als notwendiger Schritt

Angesichts steigender Zahlen bei der Jugendkriminalität spricht sich Oberösterreich wiederholt für eine Absenkung der Strafmündigkeit aus. Ziel ist es, bei strafbaren Handlungen früher wirksame Konsequenzen zu ermöglichen und gleichzeitig präventive Maßnahmen zu stärken. Besonders im Bereich der unter 14-Jährigen zeigt sich ein deutlicher Handlungsbedarf.

„Unser Rechtsstaat darf nicht zusehen, wenn immer jüngere Täter strafbare Handlungen begehen, ohne dass es spürbare Konsequenzen gibt. Es braucht klare Grenzen und wirksame Instrumente – daher ist eine Absenkung der Strafmündigkeit ein notwendiger Schritt. Gleichzeitig gilt: Härte allein reicht nicht. Wir müssen auch an den Ursachen arbeiten und Jugendlichen Perspektiven bieten. Strafmündig zu sein bedeutet, das Unrecht seiner Tat einzusehen und entsprechend zu handeln – auch 13-Jährigen muss klar sein, was erlaubt ist und was nicht. Wenn es keine Konsequenzen gibt, wird dieses Verständnis nicht entstehen“, betont Jugend- und Integrationslandesrat Dr. Christian Dörfel.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass insbesondere die Gruppe der unter 14-Jährigen zunehmend in kriminalpolizeilichen Statistiken aufscheint. Derzeit sind der Polizei bei strafunmündigen Tätern vielfach die Hände gebunden, wodurch notwendige Maßnahmen oft zu spät greifen. Eine Absenkung der Strafmündigkeit – etwa auf zwölf Jahre – würde hier zusätzliche Handlungsmöglichkeiten schaffen und den Rechtsstaat stärken.

Gleichzeitig verfolgt das Land Oberösterreich einen umfassenden Ansatz im Umgang mit Jugendkriminalität. Neben konsequenten Sanktionen werden gezielt präventive Maßnahmen ausgebaut. Dazu zählen unter anderem Gewaltpräventions-Workshops, Werte-Coachings sowie die Weiterentwicklung von Jugendangeboten, um insbesondere gefährdete Jugendliche frühzeitig zu erreichen.

Klar ist: Es geht nicht darum, alle Jugendlichen unter Generalverdacht zu stellen, sondern gezielt jene Gruppen anzusprechen, die sich wiederholt dem Rechtsstaat entziehen. Ein funktionierendes Zusammenleben braucht klare Regeln, deren Einhaltung auch eingefordert wird.

Oberösterreich spricht sich daher für eine rasche bundesgesetzliche Diskussion aus, um die rechtlichen Rahmenbedingungen an die aktuellen Herausforderungen anzupassen und sowohl Sicherheit als auch Prävention nachhaltig zu stärken.

Diesen Beitrag teilen

Weitere Themen

1 Jahr JugendService Campus: Von der Idee zur Erfolgsgeschichte

OPEN CAMPUS DAY – Vom neuen Standort zu einem Ort, wo man fürs Leben lernt „Wer in die Jugend investiert, investiert in die Zukunft unseres Landes. Genau das macht Oberösterreich. Mit dem JugendService Campus haben wir darum eine Drehscheibe für die Jugendarbeit in Oberösterreich …

4youCard Sommertour 2026: Ein Sommer voller Action in ganz Oberösterreich

Stand-up-Paddle-Set für Gewinner aus Rainbach im Mühlkreis: Jugend-Landesrat Dörfel übergibt Hauptpreis des Sommergewinnspiels Jugenddiscos, Festivals und move.it Outdoor: Von Juni bis September tourte die 4youCard, die Jugendkarte des Landes Oberösterreich, quer durchs Bundesland und machte den Sommer 2026 für zahlreiche Jugendliche zu einem Erlebnis. …

Betreuungsarchitektur 2040: Nächste Schritte zum „Heim der Zukunft“

Mit digitalen Hilfsmitteln zu weniger Bürokratie und mehr Zeit für die Menschen   „Mit der OÖ Pflegestrategie 2040 haben wir einen klaren Plan, wie wir die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft gut bewältigen können. Die Pflegestrategie zielt darauf ab, den Wunsch der Menschen zu erfüllen, solange …

„Strafmündigkeit auf zwölf Jahre senken“

Jugendlandesrat fordert klare Konsequenzen bei schweren Straftaten Oberösterreichs Jugendlandesrat Dr. Christian Dörfel unterstützt die Forderung von Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner, die Strafmündigkeit von derzeit 14 auf zwölf Jahre zu senken. Dörfel fordert diesen Schritt bereits seit längerem und sieht sich durch den neuerlichen Vorstoß …

Neues Grundversorgungsgesetz langt im Landtag ein: Klare Regeln und verpflichtende Mitwirkung ab dem ersten Tag

OÖ Hausordnung, Sachleistungskarte und verpflichtende Kurse erhalten gesetzliche Grundlage – Beschlussfassung für Dezember geplant Am morgigen Donnerstag, 1. Oktober, wird das neue Oö. Grundversorgungsgesetz im Landtag eingebracht. Der neue EU-Asylpakt und der harte Kurs in Oberösterreich haben die Anforderungen an die Grundversorgung verändert. Das …

„Wer Unterstützung braucht, soll sie bekommen. Wer arbeiten kann, muss seinen Beitrag leisten.“

Der Vergleich macht sicher: OÖ-Modell muss Vorbild für neue Sozialhilfe sein. Im Zuge der Verhandlungen innerhalb der Koalition zum Gesetzesentwurf des Sozialministeriums der Sozialhilfe stellt Landeshauptmann Thomas Stelzer klar, dass sich dieser am oberösterreichischen Modell orientieren muss. Die Sozialhilfe muss gerecht sein gegenüber jenen, …
Zum Inhalt springen