Seniorenumfrage bestätigt die Schwerpunkte der Betreuungsarchitektur 2040
„Mit der Pflegestrategie 2040 haben wir einen klaren Plan für die Zukunft. Die Seniorenumfrage bestätigt unseren eingeschlagenen Weg dreifach:
Über 90 Prozent der Befragten leben gerne in Oberösterreich und vertrauen darauf, dass sie auch in Zukunft gut versorgt sind, wenn sie Unterstützung brauchen.
Die Mehrheit der älteren Oberösterreicher möchte möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben. Genau darauf haben wir unsere Pflegestrategie 2040 ausgerichtet. Wir bauen die mobilen Dienste weiter aus, stärken die häusliche Pflege und schaffen neue wohnortnahe Wohn- und Betreuungsformen.
Zudem gibt uns die Seniorenumfrage ein Bild davon, wie sie über das Angebot informiert werden möchten. Mit dem Ausbau der Sozialberatungsstellen, einer zentralen Informationsstelle sowie einer Pflegehotline wird diesem Wunsch entsprochen und dafür gesorgt, dass die Menschen rasch und unkompliziert die Unterstützung erhalten, die sie brauchen.“
– Sozial-Landesrat Dr. Christian Dörfel
„Die Ergebnisse zeigen klar, dass die analoge, persönliche Beratung bei Themen wie Pflege, Betreuung usw. im Vordergrund steht. Dazu kommt, dass sich die Bevölkerung 60plus eine zentrale Anlaufstelle mit allen wichtigen Informationen wünscht.“
– Geschäftsführer IMAS-Meinungsforschungsinstitut, Dr. Gernot Hendorfer
Alternde Gesellschaft erfordert Umdenken: „Kein Weiter wie bisher“
Begleitung, Betreuung und Pflege soll auch in Zukunft bedarfsgerecht, in guter Qualität, leistbar für die Menschen und finanzierbar für die öffentliche Hand gewährleistet sein. Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich: Ein „weiter wie bisher“ ist im Pflege- und Betreuungsbereich nicht mehr möglich, weil das aktuelle System an seine Grenzen stoßen wird. Neue Strukturen und Weichenstellungen sind notwendig.
„OÖ Pflegestrategie 2040“ anhand von fünf Säulen
Mit der „OÖ Pflegestrategie 2040“ verfolgt das Sozialressort des Landes Oberösterreich eine gesamthafte Strategie, um die Herausforderungen im Pflegebereich gut bewältigen zu können. Mit der Fachkräftestrategie Pflege und der Unterstützung der Sozialhilfeverbände durch ALTER OÖ laufen die ersten beiden strategischen Schritte erfolgreich

Mit der im Mai präsentierten Betreuungsarchitektur 2040 hat das Land Oberösterreich die Erweiterung der Angebote im Bereich der Betreuung und Pflege der Zukunft vorgegeben und zehn Handlungsfelder festgelegt. Im Mittelpunkt stehen neue, bedarfsgerechte Wohn- und Betreuungsformen, die die Lücke zwischen häuslicher Pflege und stationärer Langzeitpflege schließen sollen. Die Umsetzung der Handlungsfelder ist erfolgreich angelaufen.
Neue strategische Grundlagen – 10 Handlungsfelder

Umfrage liefert Grundlage für weitere Umsetzungsschritte
Um die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen in den Handlungsfeldern 1 und 2 zu definieren, hat das Land Oberösterreich das Meinungsforschungsinstitut IMAS mit einer Seniorenumfrage beauftragt. Eine wesentliche Rolle spielen dabei etwa die Art und Weise der Informationsbeschaffung sowie der Vorsorge. Dabei wurden 362 Oberösterreicher ab 60 Jahren zu den Themen selbstständiges Älterwerden, Pflege und Betreuung, Informationsverhalten, digitale Angebote und ehrenamtliches Engagement persönlich befragt. Die Erhebung fand von 23. Juni bis 7. Juli 2026 statt und ist für die oberösterreichische Bevölkerung ab 60 Jahren repräsentativ.
Hohe Lebenszufriedenheit der älteren Generation
Die ältere Generation lebt ausgesprochen gerne in Oberösterreich. 93 Prozent der Befragten bewerten ihre Zufriedenheit mit dem Leben in Oberösterreich mit der Note 1 oder 2 – 80 Prozent vergeben sogar die Bestnote. Mit einer Durchschnittsnote von 1,3 fällt das Ergebnis besonders deutlich aus. Kein einziger Befragter vergab die Note 4 oder 5.
Zentrale Ergebnisse zur Perspektiven des Älterwerdens:
WOHNFORM IM PFLEGEFALL:
VORSORGE:
BERATUNG:
EHRENAMT:
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Beschäftigung mit dem Älterwerden wird nach hinten verschoben
71 Prozent der Befragten beschäftigen sich mit dem Älterwerden sowie mit den Themen Pflege und Betreuung – ein Viertel intensiv. Besonders ausgeprägt ist diese Auseinandersetzung bei den über 74-Jährigen. Ein Teil der älteren OÖ Bevölkerung befasst sich jedoch erst dann näher mit diesen Fragen, wenn bereits ein konkreter Bedarf entsteht. Von jenen, die sich bislang kaum oder gar nicht damit beschäftigen, betrachten 86 Prozent das Älterwerden als natürlichen Prozess, um den man sich nicht eigens kümmern müsse. 76 Prozent sind der Ansicht, dass eine Vorbereitung auch später noch möglich sei.
Dabei können frühzeitige Information und Vorsorge wesentlich dazu beitragen, die eigenen Vorstellungen für das Älterwerden rechtzeitig festzuhalten und notwendige Entscheidungen selbstbestimmt zu treffen.
Persönliche und analoge Information bleibt gefragt – zentrale Anlaufstelle wird begrüßt
Bei Fragen zu Vorsorge, Betreuung und Pflege setzen ältere Menschen weiterhin vor allem auf persönliche und analoge Informationsangebote. 62 Prozent geben an, dass ihnen eine persönliche Beratung dabei helfen würde, sich frühzeitig mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Auch Broschüren mit 39 Prozent und Informationsveranstaltungen mit 37 Prozent werden als hilfreich bewertet. Besonders gefragt sind Informationen per Post sowie Folder bei Ärzten. Gleichzeitig wird eine zentrale Informationsplattform grundsätzlich begrüßt. Diese muss einfach und übersichtlich aufgebaut sein und etwa wesentliche Kontaktstellen, regionale Angebote sowie Veranstaltungshinweise bieten. Digitale Angebote können die persönliche Beratung jedoch nicht ersetzen, sondern sollen diese sinnvoll ergänzen.
Ältere Generation als starke Säule des Ehrenamts
Knapp zwei von fünf Oberösterreichern ab 60 Jahren engagieren sich freiwillig und unbezahlt – innerhalb einer Organisation, im privaten Umfeld oder in beiden Bereichen. Die wichtigsten Beweggründe sind das Gefühl, etwas Sinnvolles zu leisten, und die Freude daran, anderen zu helfen. Weiteres Potenzial zeigt sich vor allem bei konkreten und wohnortnahen Tätigkeiten: 29 Prozent derjenigen, die noch nicht derartig tätig sind, können sich ein Engagement in der Nachbarschaftshilfe oder in einem Besuchsdienst für Senioren vorstellen. 19 Prozent wären dazu bereit, im Rahmen der Aktion „Essen auf Räder“ tätig zu sein. Damit ist die ältere Generation nicht nur auf Unterstützung angewiesen, sondern selbst eine tragende Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Bereits bestehende Sorgende Gemeinschaften bestätigen das.
Pflegestrategie greift Wünsche der älteren Generation auf
Auf Grundlage der Betreuungsarchitektur 2040, der Ergebnisse der Seniorenumfrage und den Erfahrungen aus der Praxis setzt das Sozialressort Schritt für Schritt Maßnahmen um, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren:
- Ausbau der mobilen Dienste und Stärkung der 24-Stunden-Betreuung: Auch andere Erhebungen zeigen einen noch stärkeren Wunsch nach Betreuung in den eigenen vier Wänden. Daher wird die häusliche Pflege in den kommenden Jahren durch den weiteren Ausbau der mobilen Dienste und bessere Rahmenbedingungen für die 24-Stunden-Betreuung gezielt gestärkt.
- Seniorenkarte: Um eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Älterwerden, der Vorsorge sowie möglichen Betreuungs- und Pflegeangeboten zu fördern, wird derzeit eine Seniorenkarte entwickelt. Diese soll Informationen, Aktivitäten und Vorteile bündeln.
- Stärkung der Sozialberatungsstellen: Die 67 Sozialberatungsstellen sind bereits wesentliche Anlaufstellen für persönliche Beratung. Sie sollen künftig einen noch stärkeren Fokus auf den Bereich Betreuung und Pflege legen. Zentral sind dabei eine stärkere Vernetzung mit anderen Beratungsstellen und eine bessere Bekanntmachung aller Angebote.
- Zentrale Informationsplattform für Betreuung und Pflege: Derzeit wird eine zentrale Anlaufstelle für allgemeine Fragen rund um Betreuung und Pflege erarbeitet. Ergänzt werden soll diese durch eine telefonische Pflegehotline und durch einen digitalen Chatbot für Menschen, die Informationen online abrufen möchten.
- Neue Formen des Ehrenamts im Rahmen Sorgender Gemeinschaften: Die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement ist da. Verändert hat sich jedoch die Art und Weise, wie sich Menschen einbringen möchten: Statt einer dauerhaften Vereinstätigkeit wird Ehrenamt zunehmend punktuell, projektbasiert und zeitlich eingeschränkt geleistet. Das Modell der Sorgenden Gemeinschaften trägt den veränderten Formen des ehrenamtlichen Engagements Rechnung.
