Unterstützung der häuslichen Pflege als besonderer Schwerpunkt der „Pflegestrategie 2040“
„Pflegende Angehörige sind der größte Pflegedienst und eine tragende Säule des sozialen Oberösterreichs. Sie übernehmen tagtäglich Verantwortung und ermöglichen damit vielen Menschen, möglichst lange selbstbestimmt und in der vertrauten Umgebung zu leben. Dieser Einsatz verdient unseren besonderen Dank und Respekt. Daher wollen wir die häusliche Pflege stärken, um die Familien weiter zu entlasten. Mit unserer Pflegestrategie 2040 schaffen wir dafür die notwendigen Rahmenbedingungen im Bereich der Altenbetreuung: Wir stärken die mobilen Dienste, bauen Tagesbetreuungsangebote aus und entwickeln mit den Sorgenden Gemeinschaften neue Unterstützungsstrukturen vor Ort. Im Bereich der Behindertenhilfe sorgen wir mit den Angeboten zu Arbeit und Beschäftigung dafür, dass Menschen mit Behinderungen eine sinnvolle Tagesstruktur und die passende Betreuung vorfinden.
Und mit unserem Ausbauprogramm schaffen wir zusätzliche Wohnplätze. Damit geben wir die Sicherheit, dass ihre Liebsten im Bedarfsfall auch dann gut aufgehoben und betreut sind, wenn sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sein sollten. Unser Ziel ist klar: Wer Verantwortung für einen pflegebedürftigen Angehörigen übernimmt, soll auf ein verlässliches Netz an Unterstützung zählen können und auch mehr Zeit für sich selbst haben.“
– Soziallandesrat Dr. Christian Dörfel
„Pflege und Betreuung von Angehörigen ist kein Thema einer kleinen gesellschaftlichen Gruppe. Pflege und Betreuung von Angehörigen ist ein Thema, das im Laufe des Lebens nahezu jede und jeden von uns betreffen kann, weil Eltern oder Schwiegereltern Unterstützung benötigen, der Partner oder die Partnerin erkrankt oder ein anderer nahestehender Mensch zunehmend auf Hilfe angewiesen ist. Pflege von Angehörigen darf familiär bleiben. Aber sie muss familiär stemmbar bleiben. Die Erfahrung der Caritas zeigt: Je früher sich Familien mit einer möglichen Pflege- und Betreuungssituation auseinandersetzen, desto eher können tragfähige und gesunde Pflegearrangements entstehen. Die Caritas setzt mit der Servicestelle Pflegende Angehörige deshalb seit über 25 Jahren bewusst auch präventiv an.“
– MMMag. Martin Gruber MIM MBA LL.M, Leiter Betreuung und Pflege Caritas OÖ
„Die ersten Ergebnisse des Wirkungsmonitorings der psychosozialen Beratung in der Caritas-Servicestelle bestätigen die Erfahrungen aus unserer täglichen Beratung: Wer sich Unterstützung holt, fühlt sich emotional gestärkt und gewinnt Zuversicht und Orientierung für den Betreuungs- und Pflegealltag. 98 Prozent erleben die Beratung als hilfreich und sogar 100 Prozent würden sie weiterempfehlen.“
– Stefanie Weigerstorfer BA, Stv. Leitung Caritas-Servicestelle Pflegende Angehörige
Pflege in Oberösterreich: Der Großteil wird zu Hause geleistet
Rund 58.000 Menschen über 65 Jahre beziehen in Oberösterreich Pflegegeld. Etwa 18.000 von ihnen leben in einem Alten- und Pflegeheim. Rund 40.000 Menschen werden zu Hause betreut bzw. versorgt – vielfach durch Angehörige und unterstützt durch professionelle Angebote.
Pflege und Betreuung in Zahlen:
| 40.000 … | Pflegegeldbezieher über 65 Jahre leben zu Hause |
| 20.000 … | werden durch Mobile Dienste unterstützt |
| 5.500 … | nutzen die Förderung für eine 24-Stunden-Betreuung |
| 2.000 … | nehmen Angebote der Tagesbetreuung in Anspruch |
| 12.000 … | beziehen ausschließlich Pflegegeld und keine weitere Unterstützungsleistung |
Der überwiegende Teil jener rund 12.000 Personen, die ausschließlich Pflegegeld beziehen, ist den Pflegegeldstufen 1 oder 2 zugeordnet und hat damit einen vergleichsweise geringeren Unterstützungsbedarf.
Land Oberösterreich und Servicestelle für pflegende Angehörige der Caritas machen die Leistung der Angehörigen sichtbar
Pflegende Angehörige leisten Tag für Tag einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft in Oberösterreich. Viele betreuen ihre Angehörigen über Jahre hinweg, häufig rund um die Uhr. Sie ermöglichen pflegebedürftigen Menschen, möglichst lange in der vertrauten Umgebung zu bleiben, selbstbestimmt zu leben und in Würde alt zu werden. Dieser Einsatz verdient Dank und Anerkennung. Er braucht aber auch konkrete Unterstützung. Denn Pflege zu Hause kann körperlich, psychisch und organisatorisch stark fordern. Das Land Oberösterreich setzt deshalb auf ein breites Netz aus Beratung, mobilen Diensten, Tagesbetreuung, Kurzzeitpflege, finanziellen Zuschüssen und Maßnahmen nach dem Chancengleichheitsgesetz. Mit der Pflegestrategie 2040 werden diese Angebote gezielt weiterentwickelt.
Im Bereich der Beratung spielt neben den Sozialberatungsstellen des Landes Oberösterreich als erste Anlaufstelle auch die Servicestelle für Pflegende Angehörige der Caritas eine wichtige Rolle. Mit maßgeblicher finanzieller Unterstützung des Landes Oberösterreich bietet sie Angehörigen kompetente Beratung, Begleitung und konkrete Hilfe im Pflegealltag – insbesondere bei psychosozialen Fragestellungen.
Sechs Stimmen geben pflegenden Angehörigen ein Gesicht
Rund um den Tag der pflegenden Angehörigen macht eine Aktion im Linzer Landhausdurchgang auf jene Menschen aufmerksam, deren tägliche Leistung oft im Verborgenen bleibt. Von Dienstag, 8. September, bis Freitag, 11. September 2026, werden dort sechs Staffeleien mit Silhouetten und persönlichen Aussagen pflegender Angehöriger aufgestellt. Jede Darstellung steht für eine persönliche Lebensgeschichte – geprägt von Verantwortung, Belastung, Nähe, Verzicht und Zusammenhalt. Die Installation macht deutlich: Hinter jeder Pflegesituation steht eine eigene Biografie und hinter jeder Zahl ein Mensch. Mit der gemeinsamen Aktion schaffen das Land Oberösterreich und die Caritas-Servicestelle Pflegende Angehörige Aufmerksamkeit für jene Menschen, die tagtäglich einen unverzichtbaren Beitrag für ihre Familien und unsere Gesellschaft leisten.
Mehr Zeit für sich selbst: Entlastung als Schwerpunkt der Pflegestrategie 2040
Mit der Pflegestrategie 2040 verfolgt das Land Oberösterreich einen konsequenten Weg, um Pflege und Betreuung angesichts der demografischen Entwicklung nachhaltig abzusichern. Die gezielte Stärkung pflegender Angehöriger ist dabei ein zentrales Handlungsfeld der Betreuungsarchitektur 2040.
- Mobile Dienste weiter stärken: Mobile Betreuung und Hilfe, Hauskrankenpflege, Angehörigenentlastungsdienste und Mahlzeitendienste unterstützen direkt im eigenen Zuhause
- Tagesbetreuung ausbauen: Zusätzliche Angebote schaffen verlässliche Betreuung für Pflegebedürftige und planbare Freiräume für Angehörige
- Sorgende Gemeinschaften entwickeln: Lokale Netzwerke helfen bei alltäglichen Aufgaben, stärken das Miteinander und wirken Vereinsamung entgegen
- Beratung leicht zugänglich machen: Anlaufstellen und digitale Information geben Orientierung und helfen dabei, passende Angebote frühzeitig zu nutzen
Damit soll Pflege auch in Zukunft für den Einzelnen leistbar und für die öffentliche Hand langfristig finanzierbar bleiben.
Kurzzeitpflege schafft Freiräume und entlastet Angehörige
Eine wichtige Entlastung bietet auch die Kurzzeitpflege in Alten- und Pflegeheimen. Sie ermöglicht es pflegenden Angehörigen, für einen begrenzten Zeitraum neue Kraft zu schöpfen, während die pflegebedürftige Person professionell betreut wird. Das Land Oberösterreich stellte dafür im Jahr 2025 rund 850.000 Euro zur Verfügung und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Entlastung der Familien.
Verlässliche Angebote für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen
Die Unterstützung von Menschen mit Behinderung ist ein zentrales Anliegen des sozialen Oberösterreich. Die Leistungen unterstützen nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern entlasten auch ihre pflegenden Angehörigen. Im Bereich Arbeit und Beschäftigung erhalten derzeit 5.508 Menschen im Rahmen der Fähigkeitsorientierten Aktivität eine sinnvolle Tagesstruktur, weitere 938 Personen arbeiten in der Geschützten Arbeit und 391 nutzen Angebote der beruflichen Qualifizierung. Das bundesweit einzigartige Inklusionsservice unterstützt zudem den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt. Gleichzeitig schafft Oberösterreich mit dem aktuellen Ausbauprogramm insgesamt 1000 neue, bedarfsgerechte Wohnplätze. Diese passgenauen Angebote fördern ein möglichst selbstbestimmtes Leben und geben den Familien zugleich die Sicherheit, dass ihre Angehörigen bedarfsgerecht begleitet und gut betreut werden.
Angehörigenpflege betrifft jede und jeden
Pflegende Angehörige bilden den größten „Pflegedienst“ Österreichs: Rund 70 bis 80 Prozent der Betreuungs- und Pflegearbeit für ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen werden zu Hause durch Angehörige geleistet. Schätzungsweise rund 900.000 Menschen in Österreich zählen zu den pflegenden Angehörigen. Rund drei Viertel davon sind Frauen, das Durchschnittsalter beträgt 62 Jahre, ungefähr die Hälfte ist gleichzeitig berufstätig.
Pflege und Betreuung von Angehörigen ist kein Thema einer kleinen gesellschaftlichen Gruppe. Pflege und Betreuung von Angehörigen ist ein Thema, das im Laufe des Lebens nahezu jede und jeden von uns betreffen kann, weil Eltern oder Schwiegereltern Unterstützung benötigen, der Partner oder die Partnerin erkrankt oder ein anderer nahestehender Mensch zunehmend auf Hilfe angewiesen ist. Das belegen auch Studien und Statistiken.
Meist beginnt diese Verantwortung schleichend: Eltern oder Schwiegereltern benötigen zunehmend Unterstützung, ein Partner oder eine Partnerin baut körperlich oder kognitiv ab. Aus einzelnen Hilfestellungen wird nach und nach umfassende Verantwortung. Viele Betroffene verstehen sich dabei selbst lange nicht als „pflegende Angehörige“. Sie sind in erster Linie Töchter, Söhne, Ehepartner oder Schwiegerkinder, die aus Verbundenheit, Dankbarkeit oder Verantwortungsgefühl füreinander sorgen. Pflege von Angehörigen darf auch familiär bleiben. Aber sie muss familiär stemmbar bleiben. Niemand darf mit der Frage ‚Wie soll ich das alles noch schaffen?‘ alleine gelassen werden.
Caritas-Servicestelle Pflegende Angehörige
Die Erfahrung der Caritas zeigt: Je früher sich Familien mit einer möglichen Pflege- und Betreuungssituation auseinandersetzen, desto eher können tragfähige und gesunde Pflegearrangements entstehen. Wer frühzeitig klärt, wie Verantwortung verteilt werden kann, welche Unterstützung zur Verfügung steht und wo die eigenen Grenzen liegen, kann Überlastung vorbeugen.
Die Caritas setzt mit der Servicestelle Pflegende Angehörige deshalb seit über 25 Jahren bewusst auch präventiv an. Ein Kontakt sollte bereits dann aufgenommen werden, wenn man sich Fragen stellt wie: Was kommt auf unsere Familie zu? Wie kann ich unterstützen, ohne selbst über meine Grenzen zu gehen? Wie können wir innerhalb der Familie über Pflege, Verantwortung und Unterstützung sprechen?
Selbstfürsorge braucht Rahmenbedingungen
Der häufige Rat „Du musst auch auf dich schauen“ greift für viele pflegende Angehörige zu kurz. Selbstfürsorge ist nicht allein eine Frage des guten Willens. Sie braucht Bedingungen, die Entlastung tatsächlich ermöglichen. Aus Sicht der Caritas braucht es insbesondere einen niederschwelligen und flächendeckenden Zugang zu psychosozialer Unterstützung, ausreichende und leistbare Entlastungsangebote, flexible Betreuungs- und Ersatzpflegemöglichkeiten sowie eine gute finanzielle Absicherung.
Die Servicestelle der Caritas OÖ unterstützt sorgende und pflegende Angehörige mit kostenloser psychosozialer Beratung an zehn Standorten in Oberösterreich. Ergänzt wird das Angebot durch Treffpunkte, Auszeittage und Veranstaltungen. Psychosoziale Beratung kann nicht die Tatsache verändern, dass ein Angehöriger Pflege oder Betreuung benötigt. Sie kann aber verändern, wie Menschen mit dieser Herausforderung leben, welche Unterstützung sie annehmen und wie viel Last sie dabei alleine tragen müssen.
Psychosoziale Beratung wirkt: Sie entlastet, stärkt und gibt Orientierung
Seit April 2026 führt die Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige ein laufendes Wirkungsmonitoring mittels Online-Fragebogen durch. Zum Stichtag 20. August 2026 liegen 65 ausgewertete Rückmeldungen vor. 52 der 65 Befragten haben die psychosoziale Beratung bereits mehr als zweimal in Anspruch genommen. Die Ergebnisse liefern erste empirische Hinweise auf die Wirkung der Beratung und werden durch die laufende Befragung weiter vertieft. Dabei zeigt sich auch: Viele Angehörige suchen psychosoziale Beratung erst zu einem späteren Zeitpunkt auf – häufig dann, wenn sie bereits seit mehr als zwei Jahren Pflege- und Betreuungsverantwortung tragen. Die Ergebnisse zu Belastung, Stress, Vereinbarkeit von Beruf und Pflege sowie dem Gefühl des Alleinseins weisen darauf hin, dass viele die Beratung in einer Phase hoher emotionaler und organisatorischer Beanspruchung in Anspruch nehmen.
Emotionale Entlastung ist die stärkste Wirkung
Besonders deutlich zeigt sich die Wirkung der Beratung auf emotionaler Ebene: 96,9 Prozent der Befragten fühlen sich durch die Beratung emotional gestärkt. 93,8 Prozent geben an, wieder mehr Zuversicht im Alltag zu haben. Beratung hilft dabei, Belastungen besser auszuhalten und Krisensituationen zu bewältigen.
Gleichzeitig schafft sie Orientierung in komplexen Pflegesituationen: 95,4 Prozent können ihre persönliche Situation durch die Beratung besser einschätzen, 90,4 Prozent wissen besser, was sie in belastenden Situationen tun können. 89,2 Prozent geben an, dass ihnen die Beratung dabei geholfen hat, wichtige Entscheidungen zu treffen. Die Befragten wissen dadurch auch mehr über Unterstützungsangebote und können diese gezielter nutzen.
„Mir wurde gut zugehört, und ich bekam emotionale und praktische Hilfe“, beschreibt eine befragte Person ihre Erfahrung. Wie wichtig psychosoziale Unterstützung ist, zeigt auch das Gefühl des Alleinseins: 78,5 Prozent der Befragten hatten vor der Beratung das Gefühl, mit ihren Belastungen alleine zu sein. Die Beratung trägt dazu bei, dieses Erleben von Isolation zu reduzieren und das soziale Wohlbefinden zu stärken. Eine Rückmeldung bringt diese Erfahrung auf den Punkt: „Dass ich nicht alles alleine schaffen muss …“
Auch die Selbstwirksamkeit der pflegenden Angehörigen wird gestärkt: 86 Prozent fiel es vor der Beratung schwerer, mit schwierigen Situationen umzugehen. Nach der Beratung können sie Herausforderungen besser bewältigen. 79,7 Prozent achten zudem stärker auf ihre eigenen Bedürfnisse. Damit unterstützt die Beratung auch die Fähigkeit zur Selbstfürsorge und gesundheitsförderndes Verhalten.
Pflege, Beruf und das eigene Leben vereinbaren
30 Prozent der Befragten sind neben ihrer Pflege- und Betreuungsaufgabe voll- oder teilzeitbeschäftigt. Für sie bedeutet Angehörigenpflege häufig eine zusätzliche Rolle neben Beruf, Familie und eigenem Alltag. 96 Prozent der berufstätigen Befragten geben an, dass ihnen die Beratung geholfen hat, mit dieser Doppelrolle besser zurechtzukommen. Die Caritas unterstützt deshalb nicht nur pflegende Angehörige direkt, sondern bietet auch Angebote für Unternehmen, die Mitarbeiter mit Pflegeverantwortung unterstützen möchten.
98,4 Prozent erleben die Beratung als hilfreich
Insgesamt bewerten 98,4 Prozent der Befragten die psychosoziale Beratung als hilfreich. 100 Prozent würden sie weiterempfehlen. Einzelne Rückmeldungen geben darüber hinaus Hinweise darauf, welche langfristige Bedeutung die Beratung für die Stabilisierung einer Pflegesituation haben kann. Eine befragte Person schildert:
„Ohne diese Beratungsgespräche wäre ich mit 100%-iger Sicherheit zusammengeklappt und die demenzerkrankte zu Betreuende wäre schon vor Jahren im Pflegeheim gelandet.“
Die ersten Ergebnisse bestätigen damit auch die Erfahrungen aus der täglichen Beratung: Wer sich Unterstützung holt, fühlt sich emotional gestärkt und gewinnt Zuversicht und Orientierung für den Betreuungs- und Pflegealltag. Dass 98 Prozent die Beratung als hilfreich erleben und sie sogar 100 Prozent weiterempfehlen würden, ist ein starkes Zeichen für die Wirkung professioneller psychosozialer Beratung.
Gleichzeitig zeigt das Monitoring, wie wichtig es ist, Angehörige früher zu erreichen: Viele kommen erst, wenn die Belastung bereits über Jahre gewachsen ist. Daher ist unsere wichtigste Botschaft zum Nationalen Aktionstag für pflegende Angehörige: Warten Sie nicht, bis die Belastung zu groß wird. Je früher Unterstützung ins Boot geholt wird, desto stabiler kann die gesamte Pflegesituation gestaltet werden.
Oft würden bereits zu Beginn einer Pflege- und Betreuungssituation entscheidende Weichen gestellt: Wer übernimmt welche Verantwortung? Wie werden Aufgaben innerhalb der Familie verteilt? Welche professionellen Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten werden genutzt? Pflege darf nicht auf den Schultern einer einzigen Person lasten. Niemand muss diese Herausforderung allein bewältigen. Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Pflege langfristig gelingen kann.
