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Noch mehr Personal für die Pflege: Oberösterreich setzt Ausbildungsoffensive fort

Unser Ziel ist es, auch in Zukunft eine gute Pflege sicherzustellen – bedarfsgerecht und wohnortnah, leistbar für den Einzelnen und finanzierbar für die öffentliche Hand. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte und neue Angebote. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir werden daher auch im nächsten Jahr genügend Pflegekräfte ausbilden, um den personalbedingten Bettenleerstand in den Heimen weiter zu reduzieren und die mobilen Dienste auszubauen. Um möglichst viele Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen, setzen wir auf eine zukunftsorientierte Ausbildungsplanung und regional verteilte Ausbildungsstätten. Wir investieren daher auch im nächsten Jahr 7,3 Millionen Euro in die Ausbildung heimischer Fachkräfte im Bereich der Pflege und Betreuung. Damit geben wir den Menschen die Sicherheit, dass sie auch in Zukunft gut versorgt sind, wenn sie unsere Unterstützung brauchen.“

– Soziallandesrat Dr. Christian Dörfel

 

„Problem erkennen, richtig planen, effizient und konsequent umsetzen! Personalengpass als Problem ist in der Öffentlichkeit allgegenwärtig. Mit einer bedarfsorientierten, datenbasierten, rollierenden und sektorübergreifenden Planung kann auf verändernde Einflussgrößen reagiert werden. Effiziente und konsequente Umsetzung bedeutet, verfügbare Ressourcen im Sozial- und Gesundheitsbereich zu bündeln und bedarfsorientiert auszubilden. Damit schließt sich der Kreis bei der Kernfrage: Was ist der Bedarf? Die Basis dafür ist in den aktuellen Bedarfs- und Entwicklungsplänen abgebildet, die laufend an die gesellschaftlichen Ansprüche anzupassen sind.“

– Geschäftsführer Wolfgang Bayer Beratung GmbH, MMag. Wolfgang Bayer

 

Die Sicherstellung qualifizierter Pflege- und Betreuungskräfte ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben für Oberösterreich. Als einer der größten Ausbildungsträger in der Pflege sehen wir es als unsere Verantwortung, Ausbildungswege so zu gestalten, dass sie für unterschiedliche Lebenssituationen zugänglich sind – insbesondere auch für Berufstätige, Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sowie Menschen mit familiären Verpflichtungen. Flexible, digitale und hybride Ausbildungsformate leisten dazu einen wesentlichen Beitrag. Gleichzeitig gilt: Flexibilität darf nie zulasten der Qualität gehen. Entscheidend ist, moderne Lernformen mit klaren fachlichen Standards, verlässlicher Begleitung und hoher Praxisorientierung zu verbinden. Genau darin liegt der Schlüssel, um mehr Menschen für Pflegeberufe zu gewinnen und sie bestmöglich auf ihre verantwortungsvolle Tätigkeit vorzubereiten.

– Geschäftsführer des BFI OÖ, Univ.-Prof.Dipl.-Ing.Dr. Stefan Oppl, MBA

 

Zahlen im Überblick:

  • Von den 12.773 Betten in den oberösterreichischen Alten- und Pflegeheimen sind mit Ende 2025 11.274 belegt – ein Plus von 237 Betten und somit so viele wie noch nie.
  • Die Personalgewinnung von Pflegekräften in Oberösterreich folgt einer klaren Prioritätenreihung:
    • Personalgewinnung in Oberösterreich/Österreich
    • Personalgewinnung im EU-/EWR-Raum
    • Personalgewinnung in Drittstaaten
  • 1.500 Fachkräfte haben ihre Ausbildung in der Langzeitpflege in den Jahren 2024 und 2025 abgeschlossen – ein Rekordwert. Für das Jahr 2026 sind 75 abgeschlossene Lehrgänge mit über 1.100 Absolventinnen und Absolventen prognostiziert.
  • Insgesamt werden in Oberösterreich an 32 Standorten in 21 Städten und Gemeinden von fünf Trägern Ausbildungen in der Langzeitpflege angeboten
  • Derzeit sind 10.212 Personen in der Langzeitpflege tätig. Erstmals arbeiten davon 8.255 Beschäftigte in der stationären Langzeitpflege – das sind „netto“ um 169 Personen mehr als zum Stichtag 31.12.2024 (trotz Pensionierungswelle, etc.)

 

Zukunftsorientierte Ausbildungsplanung als Grundlage für Ausbildungsoffensive

Um ausreichend qualifizierte Fachkräfte für eine gute Betreuung und Pflege in Oberösterreich sicherzustellen, investiert das Land Oberösterreich auch 2027 gezielt in die Ausbildung von Pflege- und Betreuungspersonal.

Unter wissenschaftlicher Begleitung werden die Ausbildungsplätze auf Basis des voraussichtlichen Bedarfs berechnet. Die Wolfgang Bayer Beratung GmbH sieht für das Jahr 2027 einen Bedarf von 952 Ausbildungsplätzen in Pflege- und Betreuungsberufen vor. Um auf allfällige neue Entwicklungen vorbereitet zu sein, bildet Oberösterreich bewusst mehr Personal aus, als nach den Berechnungen erforderlich wäre.

Insgesamt werden im Jahr 2027 1.345 neue Ausbildungsplätze für die Altenbetreuung und Behindertenhilfe angeboten.

 

„Theoretische Berechnungen sind das eine, die Anforderungen der Praxis das andere. Pensionierungen lassen sich relativ genau prognostizieren, das tatsächliche Beschäftigungsausmaß und die individuellen Berufsverläufe jedoch nicht. Deshalb bilden wir bewusst mehr Pflegekräfte aus, als es die wissenschaftlichen Prognosen allein vorgeben würden. So schaffen wir die notwendige Reserve, um auch künftig eine gute Betreuung und Pflege sicherstellen zu können.“, so Landesrat Dörfel.

 

Flexibles, regional gestreutes Ausbildungsprogramm setzt Maßstäbe

Insgesamt werden in Oberösterreich an 32 Standorten in 21 Städten und Gemeinden Ausbildungen in der Langzeitpflege angeboten. Um eine bessere Abstimmung zwischen den einzelnen Einrichtungen zu gewährleisten, wurde eine zentrale Ausbildungskoordination in der Sozialabteilung des Landes Oberösterreich eingerichtet. Diese Ausbildungen werden durch die Altenbetreuungsschule des Landes Oberösterreich, die Caritas Oberösterreich, die Diakonie, die SOB Steyr sowie durch das BFI OÖ angeboten. Dabei zählen die Altenbetreuungsschule des Landes Oberösterreich sowie das BFI OÖ zu den größten Anbietern an Ausbildungen.

 

BFI als Vorreiter im Bereich der Digitalisierung

Auch im Bereich der Digitalisierung der Pflege und Betreuung gilt das BFI OÖ als verlässlicher Partner des Landes Oberösterreich:

  • Ausbau digitaler und hybrider Ausbildungsformen: Zur besseren Vereinbarkeit von Ausbildung und Familie werden derzeit Ausbildungen in Teilzeit und berufsbegleitend ausgeweitet. Die Ausbildungen zur Heimhilfe/Alltagsbegleitung des BFI OÖ werden bereits in digitaler Form angeboten. Damit wurde das Lernen von zu Hause aus, im eigenen Tempo erleichtert.

 

  • Modernisierung des Berufsbildes durch Digitalisierung: Pflegekräfte erwarten heute ein modernes und zeitgemäßes Arbeitsumfeld. Digitale Technologien können dabei unterstützen, administrative Aufgaben zu reduzieren und mehr Zeit für die Betreuung der Menschen zu schaffen. Mit Maßnahmen wie mobiler Pflegedokumentation, digitalen Assistenzsystemen, automatischer Sturzerkennung oder KI-gestützten Anwendungen wird der Pflegeberuf laufend weiterentwickelt. Das steigert nicht nur die Attraktivität des Berufsbildes, sondern verbessert auch die Arbeitsbedingungen und trägt dazu bei, mehr Menschen für einen Beruf in der Pflege zu gewinnen.

 

Weitere Meilensteine der Ausbildungsoffensive des Landes Oberösterreich

  • Oö. Pflegestipendium als finanzieller Anreiz für eine Pflegeausbildung: Das Pflegestipendium wurde mit Anfang des Jahres valorisiert und beträgt nun monatlich und einkommensunabhängig 658,40 Euro für Personen, die sich in einer Pflegeausbildung befinden. Im letzten Jahr wurden 512 Anträge bewilligt und damit mehr als 4,7 Mio. Euro an Unterstützungsleistungen ausbezahlt.

 

  • Netzwerk Pflegelehre: Mit dem Netzwerk Pflegelehre werden Alten- und Pflegeheime, die die Pflegelehre anbieten, besser miteinander vernetzt und auf dem Weg zum Ausbildungsbetrieb gezielt unterstützt. Derzeit sind insgesamt 13 Einrichtungen als Ausbildungsbetriebe aktiv. Die Pflegelehre wird seit zwei Jahren in Oberösterreich gemeinsam mit der Berufsschule Linz 1 und der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege angeboten. Aktuell absolvieren insgesamt 39 Personen eine Pflegelehre, weitere 25 Personen werden aus derzeitiger Sicht eine solche Lehre ab Herbst absolvieren.

 

  • Heimleiterausbildung zurück in Oberösterreich: Die gesetzlich vorgeschriebene Heimleiterausbildung wird künftig wieder direkt in Oberösterreich angeboten. Möglich macht dies eine neue Kooperation zwischen der Altenbetreuungsschule des Landes Oberösterreich und der FH Oberösterreich. Der neue Hochschullehrgang startet im Oktober 2026 und setzt Schwerpunkte auf moderne Führung, Digitalisierung, Personalentwicklung sowie aktuelle Pflege- und Betreuungskonzepte. Ziel ist es, qualifizierte Führungskräfte direkt im eigenen Bundesland auszubilden und den Pflegestandort Oberösterreich weiter zu stärken.

 

  • Lehrgang zur Stärkung der Führungskräfte an der Altenbetreuungsschule des Landes Oberösterreich: Der Lehrgang richtet sich an Heimleitungen, Pflegedienstleitungen, Wohngruppenleitungen sowie Einsatzleitungen der Mobilen Pflege und wird in drei praxisnahen Modulen durchgeführt. Dabei erlernen die Teilnehmer Führungskompetenzen, um Mitarbeiter gut leiten und im Pflegealltag unterstützen zu können. Im Herbst startet der bereits vierte Lehrgang.

 

 

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