Neue Lernbegleitmaterialien für den Regelunterricht bringen die 13 Regeln des Zusammenlebens in Oberösterreichs Klassenzimmer
„Integration kann nur gelingen, wenn wir selbstbewusst wissen, wofür wir stehen und was unser Zusammenleben ausmacht. Wir müssen aber auch den Zuwanderern klar sagen, was wir von ihnen erwarten. Mit der OÖ Hausordnung haben wir festgehalten, welche Werte die Grundlage für ein gutes Zusammenleben in Oberösterreich bilden: Respekt, Verantwortung, Leistungsbereitschaft, Brauchtum und Traditionen sowie klare Regeln, die für alle gelten. Diese Werte müssen wir pflegen und an die nächste Generation weitergeben.
Die Schule ist jener Ort, an dem junge Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen. Deshalb müssen wir dort frühzeitig vermitteln, was unser Zusammenleben trägt. Mit den neuen Lernbegleitmaterialien bringen wir die OÖ Hausordnung altersgerecht in die Klassenzimmer. Denn gemeinsame Werte entfalten erst dann ihre Wirkung, wenn sie verstanden, vermittelt und im Alltag gelebt werden.“
– Integrationslandesrat Dr. Christian Dörfel
„Gutes Zusammenleben muss im Schulalltag immer wieder gemeinsam erarbeitet werden. Die Lernbegleitmaterialien geben unseren Lehrkräften dafür konkrete und einfach einsetzbare Werkzeuge an die Hand. Sie helfen dabei, Themen wie Respekt, Verantwortung, Rechte und Regeln altersgerecht aufzugreifen und mit den Schülerinnen und Schülern anhand konkreter Situationen zu bearbeiten. So wird aus der Hausordnung etwas, das im Unterricht und im täglichen Miteinander tatsächlich gelebt werden kann.“
– Mag. Dr. Alfred Klampfer, B. A., Bildungsdirektor des Landes Oberösterreich
„Demokratiebildung wird dann greifbar, wenn junge Menschen sich mit konkreten Situationen auseinandersetzen, unterschiedliche Sichtweisen diskutieren und ihre eigene Haltung begründen. Genau hier setzen die Lernbegleitmaterialien an: Sie übersetzen die Werte der OÖ Hausordnung in die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler und machen sie im Unterricht konkret erlebbar.“
– Julian Schreibmüller, BEd, Schulqualitätsmanager / Bereich Demokratiebildung
OÖ Hausordnung als Wertebasis unseres Zusammenleben
Das Land Oberösterreich verfolgt in der Integrationsarbeit einen klaren Grundsatz: Deutsch lernen, Arbeit finden, unsere Werte respektieren. Zuwanderer haben sich an die Mehrheitsgesellschaft anzupassen und sich zu integrieren. Was konkret damit gemeint ist und welche Werte die Grundlage für das gesellschaftliche Zusammenleben in Oberösterreich bilden, ist in der OÖ Hausordnung festgehalten.
Sie versteht sich als „kleines 1×1 des Zusammenlebens“ und soll Orientierung für alle Menschen in Oberösterreich geben – unabhängig davon, ob sie hier geboren wurden oder neu zugewandert sind. Sie enthält klare Regeln, die für alle gelten: Deutsch als gemeinsame Sprache, gegenseitiger Respekt, die Akzeptanz von weiblicher Autorität, der Vorrang des staatlichen Rechts vor religiösen Regeln sowie die Bereitschaft, durch Arbeit und Leistung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beizutragen.
Zugleich macht die Hausordnung deutlich, dass es in Oberösterreich keine Toleranz gegenüber Integrationsverweigerung, demokratiefeindlichen Einstellungen oder Hass und Gewalt gibt.
Die OÖ Hausordnung wird in mehreren Schritten ausgerollt. Sie hat bereits in folgenden passenden Gesetzen und Richtlinien Eingang gefunden:
- Allgemeine Förderrichtlinien des Landes Oberösterreich
- Förderrichtlinien der offenen Jugendarbeit (Jugendzentren)
- Deutschförderrichtlinien
- Richtlinien für Grundwerte und Orientierungskurse
- Arbeitsprogramm des Integrationsservice
- Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz
- Sozialhilfe-Ausführungsgesetz
- Grundversorgungsgesetz
- Pflichtschulorganisationsgesetz
Nächster Schritt: OÖ Hausordnung im Regelunterricht unserer Schulen
Die Grundlagen für ein respektvolles und gelingendes Zusammenleben müssen bereits in jungen Jahren vermittelt werden. Gerade Schulen sind zentrale Orte, an denen junge Menschen unterschiedlicher Herkunft und Lebensrealitäten zusammenkommen. Daher gilt es, frühzeitig einen gemeinsamen Nenner zu schaffen und ein klares Bild davon zu vermitteln, wie das gesellschaftliche Zusammenleben in Oberösterreich gelingen soll.
Die 13 Regeln der OÖ Hausordnung gelten in allen Lebensbereichen – und damit auch im schulischen Kontext. Mit den neuen Lernbegleitmaterialien erhalten die Pädagogen dafür praxisnahe Unterlagen, die aktiv in den Unterricht eingebunden werden. Sie unterstützen dabei, die Inhalte der OÖ Hausordnung verständlich zu vermitteln, gemeinsam zu diskutieren und anhand konkreter Alltagssituationen greifbar zu machen. So wird die OÖ Hausordnung zu einer gelebten Grundlage für das tägliche Miteinander an Oberösterreichs Schulen.
Die Materialien im Überblick
| Material | Schulstufe | Inhalt und Ziel |
| Unterrichtsimpulse „Zusammenleben in der Schule“ | Primarstufe / Sek. I | Wimmelbild, Memory bzw. Tabu, Quiz und Klassenregeln. Werte verstehen und auf konkrete Situationen im Schulalltag übertragen. |
| Kahoot „Miteinander lernen – Rechte und Regeln an der Schule“ | 5.–8. Schulstufe | Interaktives Quiz zu Rechten, Pflichten, Regeln, Respekt und Mitbestimmung. Spielerischer Einstieg und Diskussionsanlass. |
| Unterrichtspaket „Rechte und Regeln im Alltag“ | 5.–8. Schulstufe | 10 Szenenkarten, 6 Dilemma-Geschichten und Reflexionsblatt. Alltagssituationen beurteilen, Positionen abwägen und eigenes Handeln reflektieren. |
| Leitfragen zur OÖ Hausordnung | Sekundarstufe II | Vertiefende Auseinandersetzung mit den Werten und Grundsätzen der OÖ Hausordnung. |
Die Materialien setzen auf einen lebensnahen und aktivierenden Zugang: Schülerinnen und Schüler beobachten und beurteilen konkrete Situationen, diskutieren unterschiedliche Perspektiven, begründen ihre Positionen und entwickeln gemeinsame Lösungen.
Alle Materialien sind flexibel einsetzbar und können je nach Schulstufe, Unterrichtssituation und zeitlichem Rahmen einzeln oder miteinander kombiniert werden.
Die Unterrichtsimpulse stammen vom Zentrum für Demokratiebildung der Bildungsdirektion Oberösterreich. Das Zentrum unterstützt Schulen mit Materialien, Veranstaltungen und Workshops zu Partizipation, politischer Urteilsfähigkeit und aktiver Demokratiegestaltung.
Unterrichtsimpulse „Zusammenleben in der Schule“
Was? Das Unterrichtsangebot kombiniert Wimmelbild, Memory oder alternativ Tabu, Quiz und die gemeinsame Entwicklung von Klassenregeln. Im Mittelpunkt stehen Werte wie Respekt, Rücksicht, Verantwortung, Gleichberechtigung, Gemeinschaft, Vielfalt und Mitgestaltung.
Warum? Die Schülerinnen und Schüler sollen Werte nicht nur benennen, sondern deren Bedeutung verstehen und auf konkrete Situationen ihres Schulalltags übertragen. Gleichzeitig werden Austausch, Perspektivenwechsel und gemeinsames Aushandeln gefördert.
Wie? Ausgehend von einem Wimmelbild werden Situationen des schulischen Zusammenlebens beobachtet und besprochen. Memory oder Tabu vertiefen zentrale Werte spielerisch. Anschließend wenden die Schülerinnen und Schüler diese auf konkrete Situationen an und entwickeln in Kleingruppen eigene Klassenregeln. Zum Abschluss werden daraus gemeinsame Regeln für die Klasse formuliert.
Kahoot „Miteinander lernen – Rechte und Regeln an der Schule“
5.–8. Schulstufe
Was? Ein interaktives Quiz zu Rechten und Pflichten von Schülerinnen und Schülern, Klassen- und Hausordnung, gegenseitigem Respekt, Mitbestimmung und Verantwortung.
Warum? Das Kahoot ermöglicht einen spielerischen und niederschwelligen Zugang zu Rechten und Regeln. Es aktiviert Vorwissen und schafft Gesprächsanlässe darüber, warum Regeln notwendig sind und welche Rechte und Verantwortlichkeiten damit verbunden sind.
Wie? Das Kahoot kann als Einstieg, zur Wiederholung oder als Abschluss einer Unterrichtssequenz eingesetzt werden. Es eignet sich als Live-Quiz mit Beamer und Smartphones bzw. Tablets ebenso wie für das Selbststudium. Besonders gut lässt es sich mit dem Unterrichtspaket „Rechte und Regeln im Alltag“ kombinieren.
Einsatz im Unterricht
- Geeignet für Klassenvorstandsstunden, Ethik-/GW- oder Politische-Bildung-Unterricht
- Guter Einstieg oder Abschluss bei der gemeinsamen Erarbeitung von Klassenregeln
- Fördert Diskussion über Rechte, Pflichten und respektvollen Umgang miteinander
- Als Live-Quiz (Beamer + Smartphones/Tablets) oder im Selbststudium-Modus einsetzbar
Unterrichtspaket „Rechte und Regeln im Alltag“
5.–8. Schulstufe
Was? Das Unterrichtspaket umfasst 10 Szenenkarten mit Situationen aus Schule, Familie, Freundeskreis, Freizeit und digitalen Lebenswelten, 6 Dilemma-Geschichten mit Diskussionsfragen sowie ein Reflexionsblatt.
Warum? Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Rechte, Regeln und Verantwortung in unterschiedlichen Lebensbereichen eine Rolle spielen. Sie setzen sich mit konkreten Konflikt- und Entscheidungssituationen auseinander, wägen unterschiedliche Interessen ab und begründen ihre eigene Position.
Wie? Die Szenenkarten werden in Kleingruppen besprochen oder nachgespielt und anschließend auf vergleichbare Situationen in der Schule übertragen. Die Dilemma-Geschichten regen dazu an, unterschiedliche Positionen zu diskutieren und Entscheidungen zu begründen. Das Reflexionsblatt dient der individuellen Vertiefung und kann auch als Hausübung oder Lernzielkontrolle eingesetzt werden.
Mögliche Abfolge: Kahoot als Einstieg – Szenen- und Dilemmakarten zur Vertiefung – Reflexionsblatt als Abschluss. Je nach Auswahl der Bausteine umfasst das Unterrichtspaket etwa ein bis zwei Unterrichtseinheiten.
Leitfragen zur OÖ Hausordnung
Sekundarstufe II
Was? Leitfragen zu den zentralen Werten und Grundsätzen der OÖ Hausordnung. Sie dienen als Grundlage für eine vertiefende Auseinandersetzung mit Themen wie Respekt, Verantwortung, Gleichberechtigung, Freiheit, Vielfalt und einem gelingenden Zusammenleben.
Warum? Die Leitfragen regen Schülerinnen und Schüler dazu an, die Grundsätze der OÖ Hausordnung zu hinterfragen, unterschiedliche Sichtweisen einzunehmen und Bezüge zu ihrem eigenen Schulalltag sowie zu gesellschaftlichen Fragestellungen herzustellen.
Wie? Die Fragen können als Grundlage für Klassengespräche, Gruppenarbeiten oder Diskussionen eingesetzt werden. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler eigene Positionen entwickeln, diese begründen und unterschiedliche Perspektiven miteinander abwägen.
