Aktuelles.

Novelle des Niederlassungsgesetzes: Zentrale Forderungen Oberösterreichs umgesetzt – Jetzt klare Regeln beim Familiennachzug notwendig

Der Ministerrat hat vergangene Woche die nationale Umsetzung des EU-Asylpakts in den Nationalrat eingebracht. Der vorliegende Entwurf zur Novelle des Niederlassungs- und Aufenthaltsrechts enthält zentrale Forderungen Oberösterreichs und ist damit ein wichtiger Schritt in Richtung einer konsequenten und geordneten Zuwanderungspolitik. Gleichzeitig besteht beim Familiennachzug auf EU-Ebene weiterhin Handlungsbedarf.

“Es ist ein wichtiges Signal, dass wesentliche Forderungen Oberösterreichs im Gesetzesentwurf berücksichtigt wurden. Entscheidend ist vor allem, dass die Zuständigkeit beim Familiennachzug von Asylberechtigten – wie von den Ländern eingefordert – beim Bund bleibt”, betont Asyl- und Integrations-Landesrat Christian Dörfel.

Quotierung beim Familiennachzug wird ausdrücklich begrüßt

Dass künftig eine Quotierung beim Familiennachzug vorgesehen ist, wird in Oberösterreich ausdrücklich begrüßt. Klar ist aber auch: Für eine rechtssichere und transparente Umsetzung braucht es ein verbindliches Mitspracherecht der Länder bei der Festlegung und Ausgestaltung der Quote. Nur wenn Zuständigkeiten eindeutig geregelt sind und die Länder entsprechend eingebunden werden, kann ein klarer, nachvollziehbarer und rechtssicherer Vollzug gewährleistet werden.

Änderungen auch auf europäischer Ebene gefordert

Deutliche Kritik kommt weiterhin zu den bestehenden europarechtlichen Regelungen beim Familiennachzug in den ersten drei Monaten nach Statuszuerkennung. Derzeit können in diesem Zeitraum Familienangehörige nachkommen, ohne dass Voraussetzungen wie gesicherter Lebensunterhalt, Wohnraum oder Krankenversicherung nachgewiesen werden müssen. Das führt dazu, dass Menschen unmittelbar in das Sozialsystem einwandern, ohne selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen zu können.

“Das ist weder gerecht noch nachhaltig. Wer in Österreich leben will, muss auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und für sich und seine Familie zu sorgen”, stellt Dörfel klar.

Oberösterreich fordert daher eine klare Nachschärfung der Regelungen auf europäischer Ebene. Familiennachzug soll künftig auch bei Asylberechtigten nur dann möglich sein, wenn der Antragsteller die notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Dazu zählen eine geeignete Unterkunft, eine Krankenversicherung sowie ein ausreichendes Einkommen. Diese Prinzipien haben sich bereits bei der Rot-Weiß-Rot-Karte bewährt und müssen auch hier gelten.

Ziel bleibt eine Zuwanderung, die geordnet, gesteuert und für die Gesellschaft tragbar ist. Oberösterreich wird sich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass bestehende Lücken geschlossen und klare, faire Regeln umgesetzt werden.

Diesen Beitrag teilen

Weitere Themen

Ausbauprogramm läuft: OÖ-Plan wird konsequent umgesetzt

15 neue integrative Wohnplätze in Linz für Menschen mit Behinderungen „Als wirtschaftlich starkes Bundesland haben wir eine besondere soziale Verantwortung. Mit dem Ausbauprogramm von Wohnplätzen für Menschen mit Behinderungen kommen wir dieser Verantwortung nach und setzen unseren konsequenten Weg fort. Zugleich haben wir die …
Heike Schütz-Krennbauer hat im Dezember die Leitung der Oö. Altenbetreuungsschule übernommen.

Heimleiterausbildung zurück in Oberösterreich: FH OÖ und Altenbetreuungsschule starten neuen Hochschullehrgang

Neue Kooperation stärkt Führungskräfte-Ausbildung in der Pflege – Start des Lehrgangs im Oktober 2026 Oberösterreich setzt einen weiteren Schritt im Rahmen der Fachkräftestrategie Pflege: Die gesetzlich vorgeschriebene Heimleiterausbildung für Alten- und Pflegeheime wird künftig wieder direkt in Oberösterreich angeboten. Möglich macht das eine neue …

Integrationskonferenz 2026: Orientierung geben. Klarheit schaffen.

Radikalisierung im Netz als schleichende Gefahr „Wer dauerhaft Teil unserer Gesellschaft sein möchte, muss Deutsch lernen, arbeiten gehen und unsere Werte und Gesetze respektieren. Mit dem neuen Integrationspflichten-Gesetz schaffen wir einen verbindlichen Rahmen, der Integration stärkt und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert. Gleichzeitig geht es auch …
Foto: Horst Einöder

Internationaler Tag der Pflege: Oberösterreich setzt auf Ausbildungs-Rekorde und moderne Pflegekonzepte

LR Dörfel: „Wir haben die Lage im Griff!“ Oberösterreich setzt seinen konsequenten Kurs im Pflegebereich fort: Mit einer umfassenden Fachkräftestrategie, der Unterstützung der Sozialhilfeverbände durch ALTER OÖ sowie dem Ausbau digitaler Lösungen und neuen Modellen im Rahmen der „Betreuungsarchitektur 2040“ stellt sich das Sozialressort …

LR Christian Dörfel besucht Betreutes Wohnen und Treffpunkt des Arbeitersamariterbunds Linz

Niederschwellige Unterstützung sichert Wohnungserhalt und hilft Menschen in schwierigen Lebenslagen Menschen in schwierigen sozialen Situationen benötigen oft rasche, unbürokratische und wohnortnahe Unterstützung. Sozial-Landesrat Dr. Christian Dörfel besuchte daher das Betreute Wohnen und den Treffpunkt des Samariterbunds der Stadt Linz in der Freistädterstraße 317. Die …

Pionier der Gehörenlosenvertretung – Oberösterreich trauert um Peter Dimmel

Mit großer Betroffenheit reagiert Oberösterreich auf das Ableben von Prof. Peter Dimmel. Der Künstler, langjährige Interessenvertreter gehörloser Menschen und Wegbereiter der Österreichischen Gebärdensprache ist am 5. Mai 2026 verstorben. „Mit Peter Dimmel verliert Oberösterreich einen beeindruckenden Menschen, der mit großer Beharrlichkeit und großem persönlichen …
Zum Inhalt springen