Radikalisierung im Netz als schleichende Gefahr
„Wer dauerhaft Teil unserer Gesellschaft sein möchte, muss Deutsch lernen, arbeiten gehen und unsere Werte und Gesetze respektieren. Mit dem neuen Integrationspflichten-Gesetz schaffen wir einen verbindlichen Rahmen, der Integration stärkt und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert. Gleichzeitig geht es auch darum, jene zu unterstützen, die sich bemühen und Verantwortung übernehmen. Integration eröffnet Chancen – insbesondere für Frauen aus patriarchal geprägten Strukturen, die durch Sprache, Bildung und Arbeit mehr Selbstständigkeit und Teilhabe gewinnen können. Darüber hinaus begegnen wir Radikalisierung und Extremismus, insbesondere im digitalen Raum, mit klarer Haltung und konsequenten Maßnahmen.“
– Bundesministerin Claudia Bauer
„Wir begrüßen das Integrationspflichten-Gesetz, weil es unsere bisherige Linie bestätigt und uns hilft, dem Integrationsgedanken eine echte Chance zu geben. Denn: Oberösterreich wird auch künftig auf qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sein. Voraussetzung für die Akzeptanz in der Bevölkerung für diesen qualifizierten Zuzug ist ein strenger, konsequenter Asylkurs, eine klare Erwartungshaltung an Zugewanderte und die OÖ Hausordnung als gemeinsames Wertefundament, die eine Unterscheidung von Leistungsträgern und Integrationsverweigerern ermöglicht.
Der politische Islam und die zunehmende Radikalisierung im Internet erschweren die Integration. Sie sind Gift für unsere Gesellschaft und werfen ein falsches Licht auf jene, die sich ehrlich bemühen und einen Beitrag leisten wollen.
Um hier entgegenzusteuern haben wir in Oberösterreich die OÖ Hausordnung erarbeitet und ein umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt, wobei wir künftig Islamvereine verstärkt in die Pflicht nehmen wollen. Mit einer Weiterentwicklung beschäftigen wir uns im Rahmen der heutigen Integrationskonferenz unter dem Titel „Orientierung geben. Klarheit schaffen.“
– Integrationslandesrat Dr. Christian Dörfel
„Islamistische Narrative werden auf Social Media zum Mainstream. Der radikale Islam wird als neuer Lifestyle gegen den freien Westen vermarktet. Dagegen muss sich eine liberale Gesellschaft mit allen Mitteln entgegenstellen.”
– Journalist und Extremismus-Experte Stefan Kaltenbrunner
Integrationskonferenz 2026: Rezepte gegen Radikalisierung im digitalen Raum
Auf Einladung von Integrations-Landesrat Dr. Christian Dörfel sowie der Integrationsstelle des Landes Oberösterreich kommen heuer wieder rund 150 Fachleute aus den Bereichen Integration, Migration und Asyl zur mittlerweile 18. Integrationskonferenz in Linz zusammen. Die Konferenz steht heuer unter dem Leitthema „Orientierung geben. Klarheit schaffen“ und widmet sich schwerpunktmäßig dem Phänomen der Radikalisierung im digitalen Raum.
Im Fokus steht dabei insbesondere die zunehmende Bedeutung von sozialen Netzwerken als Plattformen für extremistische Einflussnahme und Rekrutierung. Als Hauptreferent konnte mit Stefan Kaltenbrunner ein ausgewiesener Medienexperte gewonnen werden. Der ehemalige Chefredakteur von PULS24, kurier.at und dem Monatsmagazin DATUM wird in seinem Vortrag die Mechanismen von Online-Radikalisierung beleuchten und insbesondere auf die Rolle islamistischer und extremistischer Strömungen eingehen.
Kaltenbrunner hat sich in seinem aktuellen Buch „Allahs mächtige Influencer – Wie TikTok-Islamisten unsere Jugend radikalisieren“, das er gemeinsam mit Clemens Neuhold veröffentlicht hat, intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie islamistische Influencer soziale Medien gezielt nutzen, um junge Menschen anzusprechen, zu beeinflussen und schrittweise für radikale Ideologien zu gewinnen. Seine Analysen zeigen, wie professionell und strategisch diese digitalen Kommunikationsräume mittlerweile für Rekrutierungszwecke eingesetzt werden.
Verfassungsschutz bestätigt: Islamistischer Extremismus im Vormarsch
Laut dem Verfassungsschutzbericht 2025, der vergangene Woche durch das Innenministerium veröffentlicht wurde, bleibt der islamistische Extremismus die größte Bedrohung für die Sicherheit der Bevölkerung. Die Gefährdungslage wird weiterhin als hoch eingeschätzt, eine Entspannung ist auch für das Jahr 2026 nicht in Sicht.
Auffällig ist insbesondere, dass die Tatverdächtigen zunehmend jünger werden und Radikalisierung verstärkt im digitalen Raum stattfindet. Mehr als die Hälfte der 306 registrierten Tathandlungen wurde online verübt, rund ein Drittel der Tatverdächtigen ist minderjährig. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier eine Zunahme der Tathandlungen von 42 Prozent zu verzeichnen.
Der zunehmende islamistische Extremismus wirkt zugleich als Nährboden für andere radikale Strömungen – insbesondere für den Rechtsradikalismus. Beide Entwicklungen gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
OÖ Hausordnung als Grundlage für ein gelingendes Zusammenleben
Als klares Gegenmodell zu extremistischer Rhetorik wurde die OÖ Hausordnung als Grundlage für ein gelingendes Zusammenleben geschaffen. Sie versteht sich als „kleines 1×1 des Zusammenlebens“ und soll Orientierung geben für alle Menschen in Oberösterreich leben – unabhängig davon, ob sie hier geboren oder zugewandert sind. Zugleich macht die Hausordnung deutlich, dass es in Oberösterreich keine Toleranz gegenüber Integrationsverweigerung, demokratiefeindlichen Einstellungen oder Hass und Gewalt geben kann. Diese Hausordnung wurde Ende Jänner mit einer Drei-Viertel-Mehrheit im oberösterreichischen Landtag beschlossen.
Die landesweite Ausrollung der OÖ Hausordnung hat mit Februar diesen Jahres begonnen. Eine breite Informations- und Bewusstseinskampagne wurde bisher durch folgende legistische Maßnahmen begleitet:
- Allgemeine Förderrichtlinien des Landes Oberösterreich
- Förderrichtlinien der offenen Jugendarbeit (Jugendzentren)
- Deutschkursförderung
- Grundwerte- und Orientierungskurse
- Lernbegleitrichtlinie
- Arbeitsprogramm des Integrationsservice
- Sozialhilfe-Ausführungsgesetz
- Sonderförderung für Hotspot-Gemeinden und Vereine
OÖ Maßnahmenpaket für Halt und Orientierung
Im vergangenen Jahr hat das Integrationsressort des Landes Oberösterreich ein gezieltes Maßnahmenpaket erstellt. Dieses Paket zielt darauf ab, insbesondere jungen Menschen aufzuzeigen, wie sie die Chancen und Möglichkeiten, die ihnen Oberösterreich bietet, nutzen können. Es richtet sich auch an jene Personen, die Gefahr laufen, sich vom Rechtsstaat zu entfremden. Umgesetzt wird dieses Paket in Zusammenarbeit mit Organisationen wie etwa dem Roten Kreuz und dem Verein Neustart. Ziel ist es, Jugendliche frühzeitig zu erreichen und nachhaltige Deradikalisierungsarbeit zu leisten – im präventiven Bereich.
- Neuausrichtung der Steuerungsgruppe für ein gewaltfreies Miteinander
- OÖ Werte-Coaching – Bewegung, Begegnung, Betreuung
- Deradikalisierungs- & Begegnungsworkshops
- Interkulturelles Train-the-Trainer-Programm
- Weiterentwicklung und Ausrollung der UMF-Workshops
- Verpflichtende Grundregelkurse für Asylwerber in OÖ: Orientierung ab Tag eins
- Verstärkte Zusammenarbeit mit Role Models
