Aktuelles.

Klarheit und Orientierung ab Tag 1

Grundregelkurse für Asylwerber haben sich bewährt – OÖ Hausordnung als neuer Bestandteil fix verankert

„Wir erwarten von allen Zugewanderten, dass sie sich an die Mehrheitsgesellschaft anpassen. Die Asylwerber kommen oftmals aus Ländern mit völlig anderen Systemen und Wertvorstellungen. Sie brauchen daher ab Tag 1 Orientierung und müssen wissen, was bei uns geht und was nicht, unabhängig davon, wie lange sie bei uns bleiben dürfen. Mit den verpflichtenden Grundregelkursen in unseren Landes-Einrichtungen haben wir letztes Jahr als erstes Bundesland klargestellt: Andere Länder, andere Sitten. Mit der nun erfolgten Ergänzung um die OÖ Hausordnung wurden diese Inhalte nochmals erweitert: Klare Regeln, feste Werte.“

–       Asyl- und Integrations-Landesrat Dr. Christian Dörfel

 

„Grundregelkurse für Asylwerberinnen und Asylwerber vermitteln von Beginn an die in Österreich geltenden Normen und Regeln des Zusammenlebens. Sie bieten eine erste Einführung zum Zusammenleben in Österreich und machen deutlich, welches Verhalten erwartet wird und welche Normen und Grundsätze gelten.“

Nino Nozadze, Leiterin des ÖIF-Integrationszentrums Oberösterreich

 

„Als Integrationsservice war es unser Anspruch, Kurse auf hohem Niveau und zielgruppengerecht umzusetzen. Dabei konnten wir auf die langjährige Expertise unserer Mitarbeitenden zurückgreifen, die teils selbst aus den Herkunftsregionen kommen. Die Grundregelkurse stellen ein wertvolles Format der Kulturvermittlung dar, was uns auch die vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden bestätigen.“

– Volker Atteneder, Prokurist der Volkshilfe OÖ

 

Entwicklung der Asylanträge weiter rückläufig

Trotz der aktuellen geopolitischen Verwerfungen sind die Asylzahlen weiterhin rückläufig. Mit Stand März sind 2.224 Personen (Asylwerber, subsidiär Schutzberechtigte) in der Landesgrundversorgung – ein Rückgang um mehr als 1.000 Personen im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt.

Stärkste Nationen sind weiterhin Syrien (1.005 Personen), gefolgt von Afghanistan (220) und der Türkei (219 Personen). Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen werden laufend beobachtet und in die Planungen des Landes einbezogen. Oberösterreich verfügt über ausreichende Reserven in der Grundversorgung und ist organisatorisch so aufgestellt, dass auf einen möglichen Anstieg der Asylzahlen rasch reagiert werden kann.

 

Grundregelkurse schaffen Klarheit und Orientierung

Das Land Oberösterreich verfolgt in der Integrationsarbeit ganz allgemein einen klaren Grundsatz: Deutsch lernen, Arbeit finden, Respekt zeigen. Dabei ist jedoch zu unterscheiden, wer Schutz auf Zeit erhält und wer langfristig in Oberösterreich bleiben darf. Unabhängig davon, wie lange jemand bleiben darf, prallen unterschiedliche Weltanschauungen aufeinander. Für die Zeit des Verfahrens sind Asylwerber jedenfalls in Oberösterreich und müssen sich daher an die hier geltenden Regeln halten. Als Gegenleistung für Schutz und Sicherheit wird erwartet Leistung zu erbringen – je nach Aufenthaltsstatus in unterschiedlichen Stufen:

  1. Grundregelkurse ab Tag 1 in Asylquartieren:
    Für Asylwerber, die nach Oberösterreich kommen, vermitteln die Grundregelkurse die grundlegenden Regeln und Erwartungen des Zusammenlebens in Oberösterreich. Die Teilnahme daran ist Pflicht.
  1. Deutscherwerb und Arbeitsmarktvorbereitung:
    Für Asylwerber mit hoher Bleibeperspektive steht der Erwerb der deutschen Sprache sowie die schrittweise Heranführung an den Arbeitsmarkt im Mittelpunkt. Für viele stehen Alphabetisierungskurse am Beginn.
  1. Asylberechtigte:
    Für jene, die dauerhaft in Oberösterreich bleiben dürfen, hat die eigenständige Existenzsicherung – durch den Einstieg in den Arbeitsmarkt – oberste Priorität.

 

Bereits mehr als 1000 Teilnehmer bei Grundregelkursen erreicht

Das Land Oberösterreich hat Mitte des vergangenen Jahres als erstes Bundesland verpflichtende Grundregelkurse für Asylwerber in der Landesgrundversorgung eingeführt. Dabei vermitteln Vortragende die in Oberösterreich geltenden gesellschaftlichen Normen und Verhaltensregeln für die Zeit des Asylverfahrens. So setzen sich die Teilnehmer/innen im Zuge des Kurses mit den Regeln, Verhaltensweisen und Umgangsformen in Österreich, mit dem richtigen Verhalten im öffentlichen Raum und dem richtigen Umgang in Konfliktsituationen auseinander.Seither wurden mit den Kursen bereits mehr als 1000 Asylwerber erreicht. Die Kursinhalte der Grundregelkurse wurden letztes Jahr in Zusammenarbeit zwischen dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) und der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU) entwickelt und durch das Integrationsressort des Landes Oberösterreich um landesspezifische Informationen ergänzt. Die Inhalte wurden gemeinsam mit dem ÖIF laufend evaluiert und nun um die zentralen Werte und Regeln der OÖ Hausordnung erweitert.

Die Kurse gliedern sich nun in folgende Module:

  • Kultur und Umgangsformen
  • Rechte und Pflichten
  • Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Grundfreiheiten
  • Gleichberechtigung
  • Antisemitismusprävention
  • OÖ Hausordung – das „kleine 1×1 des Zusammenlebens“

 

Eckpunkte der Grundregelkurse

  • Umfang: 6 Kursmodule zu je 90 Minuten (geblockt, auf max. 2 – 3 Tage)
  • Format: Präsenzkurse mit Dolmetsch-Unterstützung
  • Zielgruppe: Alle Personen in der Grundversorgung des Landes OÖ ab 14 Jahren
  • Ort: im örtlichen Umfeld, z.B. Räumlichkeiten der Grundversorgungsquartiere, Gemeinden etc. um Fahrtkosten zu vermeiden

 

Die Grundregelkurse richten sich an alle Personen in der Grundversorgung des Landes Oberösterreich, die 14 Jahre oder älter sind. Die Teilnehmerzahl pro Kurs soll zwischen 15 und 20 Personen liegen. Kursteilnehmer/innen werden nach der jeweiligen Sprache zusammengefasst. Das Angebot muss von den Asylwerbenden jedenfalls in Anspruch genommen werden. 

 

OÖ Hausordnung als zentraler Bestandteil in Kurse integriert

Die OÖ Hausordnung definiert als „kleines 1×1 des Zusammenlebens“ klare Werte, verbindliche Regeln und grundlegende Prinzipien für ein respektvolles Miteinander in Oberösterreich. Sie schafft Orientierung, indem sie zentrale gesellschaftliche Erwartungen – von Rechtsstaatlichkeit und Gleichberechtigung bis hin zu Verantwortung und gegenseitigem Respekt – verständlich und kompakt zusammenfasst .

Um diese Leitlinien noch stärker zu verankern, wurde die OÖ Hausordnung nun als eigenes Modul in die verpflichtenden Grundregelkurse für Asylwerber aufgenommen. Damit werden die Inhalte systematisch vermittelt und von Beginn an ein einheitliches Verständnis für die geltenden Regeln und Werte in Oberösterreich sichergestellt.

 

Integrationsservice als zentrale Koordinierungsstelle

Für die Organisation der Grundregelkurse greift das Land Oberösterreich auf erfahrene Partnerorganisationen wie die Caritas und Volkshilfe – die als Integrationsservice OÖ in Erscheinung treten – zurück. Diese übernehmen im Auftrag des Landes zentrale Aufgaben in der Koordinierung vor Ort und stellen sicher, dass die Kurse strukturiert und flächendeckend angeboten werden. Gleichzeitig fungieren sie als wichtige Schnittstelle zu den Quartieren und gewährleisten, dass die Asylwerber gezielt erreicht werden und in die Kurse absolvieren.

 

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