Aktive Steuerung, bedarfsgerechte Kurse und regionale Verteilung als Ziel
Deutsch ist die Grundvoraussetzung für gelungene Integration. Daher fördert das Land Oberösterreich ergänzend zu den Kursen des Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) und des AMS Deutschkurse für bestimmte Sprachniveaus. Diese richten sich an rechtmäßige Zuwanderer, die sich in Oberösterreich niedergelassen haben und über keine oder nur geringe Deutschkenntnisse verfügen, insbesondere auch EU-Bürger, sowie für Asylwerber mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit.
Die Organisation dieser landesfinanzierten Deutschkurse wird nun neu aufgestellt: Am heutigen Dienstag, den 1. September 2026, startet die Ausschreibung der Deutschkurse für bestimmte Sprachniveaus. Künftig werden die Kurse zentral gesteuert, gezielt auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt und regional ausgewogen verteilt. Das Ergebnis der Ausschreibung wird bis Ende November erwartet.
„Deutsch ist unsere gemeinsame Sprache und der Schlüssel für Integration. Mit der Ausschreibung der Deutschkurse beenden wir das bisherige „Wunschkonzert“ und übernehmen die aktive Steuerung. Wir sorgen für eine ausgewogene regionale Verteilung, bedarfsgerechte Kurse, einheitliche Qualitätsstandards und rasche Konsequenzen bei Verstößen. Oberösterreich übernimmt damit neuerlich eine Vorreiterrolle in der Integrationspolitik“
– Integrations-Landesrat Dr. Christian Dörfel
Land übernimmt stärkere Steuerungsrolle
Bisher meldeten die Trägerorganisationen ihren erwarteten Bedarf an Deutschkursen ein. Auf dieser Grundlage wurden frühzeitig Budgetmittel reserviert – noch bevor der tatsächliche Bedarf und die spätere Auslastung der Kurse feststanden. Eine zentrale regionale und inhaltliche Steuerung war dadurch nur eingeschränkt möglich. Mit der Neuausschreibung übernimmt das Land künftig eine stärkere Steuerungsrolle. Deutschkurse können dadurch vorausschauender geplant, regional ausgewogen durchgeführt und laufend an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden.
Das Zielbild der neuen Deutschkurse
- Aktiv steuern: Das Land plant und steuert die Angebote laufend nach klar definierten Zielgruppen.
- Bedarfsgerecht anbieten: Kurse richten sich nach dem tatsächlichen Bedarf
- Regional ausgewogen verteilen: Gemeinden mit hohem Ausländeranteil werden besonders berücksichtigt.
- Schnell reagieren: Kursprogramme können bei verändertem Bedarf rasch angepasst oder neu eingerichtet werden.
- Einheitliche Standards schaffen: Gemeinsame Qualitäts-, Dokumentations- und Berichtsvorgaben gelten für alle Anbieter.
Digitale Sprachstandseinstufung ermöglicht passgenaues Kursprogramm
Eine wesentliche Grundlage für die bedarfsgerechte Planung ist die digitale Sprachstandseinstufung des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Diese ermittelt die vorhandenen Deutschkenntnisse objektiv und nach bundesweit einheitlichen Standards. Die Ergebnisse stehen dem Land tagesaktuell zur Verfügung und ermöglichen eine passgenaue Zuweisung zu einem Kurs, der dem tatsächlichen Sprachniveau entspricht. Dadurch werden Über- und Unterforderung vermieden, Lernerfolge verbessert und Kursplätze effizient genutzt.
Rasche Konsequenzen durch tagesaktuelle Informationen
Künftig wird der gesamte Verlauf der landesgeförderten Deutschkurse zentral und tagesaktuell dokumentiert – von der Sprachstandseinstufung über die Teilnahme bis zum Kursabschluss. Sozialhilfebehörden, AMS und weitere zuständige Stellen erhalten dadurch eine einheitliche und aktuelle Datengrundlage. Werden vereinbarte Verpflichtungen nicht eingehalten oder Kurse unentschuldigt abgebrochen, können die zuständigen Behörden rasch reagieren und entsprechende Sanktionen aussprechen.
