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Landesrat Christian Dörfel, Landeshauptmann Thomas Stelzer und Geschäftsführer der Miteinander GmbH Gerald Rechberger präsentieren das Ausbauprogramm für Wohnplätze 2026/27. Foto: Land OÖ/Peter Mayr, Verwendung mit Quellenangabe.
Landesrat Christian Dörfel, Landeshauptmann Thomas Stelzer und Geschäftsführer der Miteinander GmbH Gerald Rechberger präsentieren das Ausbauprogramm für Wohnplätze 2026/27. Foto: Land OÖ/Peter Mayr, Verwendung mit Quellenangabe.

Ausbauplan Wohnen 2026/27: Oberösterreich schafft weitere 200 Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung

Selbstbestimmtes Wohnen wird gestärkt – neue Wohnformen entstehen

Ausbauprogramm für Menschen mit Beeinträchtigung: Ausschreibung für 2026/27 startet für 200 neue Wohnplätze

 „Oberösterreich ist das Land des Miteinanders und des Zusammenhalts. Das bedeutet auch, dass wir für Menschen mit Beeinträchtigungen die benötigten Wohnplätze schaffen, damit sie ihr Leben möglichst selbstbestimmt  gestalten können. Das ist für ein erfolgreiches Land wie Oberösterreich nicht nur selbstverständlich, sondern das ist mir ein persönliches Anliegen. Das Ausbauprogramm wird auch in den kommenden Jahren weitergeführt.“ – Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer

 „Wir wollen, dass Menschen mit Beeinträchtigung in Oberösterreich ein Leben mit Würde und möglichst selbstbestimmt führen können. Dazu gehören auch passgenaue Wohnplätze mit so viel Betreuung wie notwendig, aber auch so viel Freiraum wie möglich. Damit stärken wir die Teilhabe an der Gesellschaft und die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Mit dem neuen Ausbauprogramm legen wir einen Schwerpunkt auf passgenaues Wohnen und schaffen 200 neue Wohnplätze. Damit geben wir auch den Familien Sicherheit, dass ihre Angehörigen in Zukunft gut aufgehoben sind.– Sozial-Landesrat Dr. Christian Dörfel

 „Oberösterreich ermöglicht mit dem Ausbauplan Wohnen die eigenen vier Wände für Menschen mit Beeinträchtigung. Die Miteinander GmbH ist seit 50 Jahren ein kompetenter und innovativer Partner in der Arbeit für und mit Menschen mit Beeinträchtigungen. Seit der Gründung im Jahr 1975 setzen wir uns für ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen ein. Unsere klare Vision lautet: Teilhabe für alle Menschen – von Anfang an und in allen Lebensbereichen. Dabei war es immer wichtig, den Blick nach vorne zu richten und neue, innovative Wege zu gehen. Gerade auch wenn es ums Wohnen für Menschen mit Beeinträchtigungen geht“ – Mag. Gerald Rechberger, Geschäftsführer Miteinander GmbH

 

In Kürze:

·         Oberösterreich ist bei der Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung Vorreiter. Das betrifft die Möglichkeiten der Arbeitsmarktintegration aber auch die Angebote im Bereich der Wohnplätze. Die eigenen vier Wände sind ein wichtiger Ausdruck von Selbstbestimmung.

·         Das Ausbauprogramm des Oberösterreich-Plans von Thomas Stelzer sieht daher einen Schwerpunkt in der Schaffung von Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung vor. Seit der Umsetzung 2017 wurden bereits mehr als 800 neue Wohnplätze geschaffen, 2026/27 kommen weitere 200 Plätze hinzu. Das ergibt im Schnitt jährlich 100 neue Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung, die das Soziale Oberösterreich im Rahmen des Ausbauplans geschaffen hat.

·         Umgesetzt werden die Wohnplätze durch die Partner/innen aus der Behindertenhilfe, diese können sich ab April 2025 mit innovativen Betreuungskonzepten für die Umsetzung der neuen Plätze bewerben.

·         Schwerpunkt wird im kommenden Programm das „passgenaue Wohnen“ sein, bei dem Klient/innen aus vollbetreuten Wohneinrichtungen in alternative Wohnformen wechseln können und somit mehr Selbstbestimmung haben. Die vollbetreuten Einrichtungen werden damit für jene frei, die einen verstärkten Betreuungsbedarf haben.

·         Weitere Schwerpunkte liegen in der Erweiterung inklusiver Wohnviertel, Wohnplätze für ältere Menschen mit Beeinträchtigung sowie Plätzen für Kinder und Jugendliche.

·         Die Aufträge für das Ausbauprogramm 2026/27 sollen im Herbst vergeben werden, damit mit der Umsetzung zeitgerecht 2026 begonnen werden kann.

·         Derzeit stehen in Oberösterreich insgesamt 4.917 Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung zur Verfügung.

 

Wirtschaftliche Stärke bedeutet soziale Verantwortung – Ausbauprogramm aus dem Oberösterreich-Plan wird 2026/27 fortgesetzt

Oberösterreich hat ein starkes wirtschaftliches Fundament und damit eine besondere Verantwortung für Menschen mit Beeinträchtigung. Je nach individueller Entwicklung sollen diese einen für sie passenden Wohnplatz erhalten. Der gezielte und nachhaltige Ausbau von inklusiven Wohnplätzen ist für Landeshauptmann Thomas Stelzer ein zentrales Anliegen und im Oberösterreich-Plan verankert. Der Ausbauplan sieht vor, dass im Schnitt jährlich 100 neue Plätze in Betrieb genommen werden.

Nun wird der nächste Ausbauschritt für 2026/27 geplant: Insgesamt 200 Wohnungen sollen in den nächsten beiden Jahren in Oberösterreich für Menschen mit Beeinträchtigung entstehen. Ein Teil der zu schaffenden Plätze wird in unterschiedlicher Betreuungsintensität (Vollbetreuung, Teilbetreuung, begleitetes Wohnen etc.) ausgeschrieben. Das Sozialressort schreibt zudem neue Wohnformen wie das „passgenaue Wohnen“ aus. Ziel ist es, Beeinträchtigten soviel Unterstützung wie nötig, aber auch so viel Selbstbestimmung wie möglich zu geben. Ein Ziel des neuen Ausbauprogramms ist es daher auch, Klient/innen aus vollbetreuten Wohnverhältnissen den Wechsel in alternative Wohnformen („passgenau“) zu ermöglichen. Denn derzeit leben ca. 135 Menschen mit Beeinträchtigung in einer Vollbetreuung, obwohl sie in eine andere Betreuungsform wechseln könnten.

 

Eckpunkte des Ausbauprogramms 2026/27

  • Alternative und selbstbestimmte Wohnformen für Menschen mit Beeinträchtigungen im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention sicherstellen
  • Schaffung von passgenauen Wohnformen durch den Umzug von Bewohner/innen mit geringeren Hilfsbedarfs-Stufen aus vollbetreuten Wohnformen in teilbetreute bzw. alternative Wohnformen
  • Wohnplätze für Personengruppen mit bestimmten Beeinträchtigungsbildern (Kinder und Jugendliche, Suchtbereich, ältere pflegebedürftige Menschen mit Beeinträchtigungen
  • Vermehrte Nutzung von bestehenden Strukturen (Leerstände, Bodenversiegelung)

 

Wohnformen beim neuen Ausbauprogramm: Passgenaues Wohnen als neue Wohnform

Für das Ausbauprogramm 2026/2027 mit 200 neuen Plätzen hat das Sozialressort konkrete Schwerpunkte für die Schaffung neuer Wohnplätze definiert.

Ein Teil der Plätze wird im Rahmen der Erweiterung inklusiver Wohnviertel entstehen. Dabei werden unterschiedliche Wohnformen in einem Wohnverbund oder in einer eigenen Wohnanlage (bspw. der bereits fertig gebaute inklusive Stadtteil Linz-Wegscheid, Wohnprojekt Steyr-Tabor, St. Georgen im Attergau) angeboten.

Der Ausbauplan berücksichtigt auch ältere Menschen mit Beeinträchtigungen. Diese werden in integrativen Plätzen in Pflege- und Altenheimen betreut. Es enstehen 29 neue Plätze. 31 Plätze entstehen durch die Erweiterung bestehender Wohneinrichtungen. Dabei sollen weitere Wohnformen in unmittelbarer Nähe geschaffen werden, mit einem großen Anteil an teilbetreuten bzw. begleiteten Wohnformen.

Als neue Kategorie entsteht das „passgenaue Wohnen“, bei dem Klient/innen aus einer vollbetreuten Wohnform in eine teilbetreute bzw. alternative Wohnform wechseln können. Etwa 135 Personen leben derzeit in einer Vollbetreuung, obwohl sie auch in eine weniger intensiv betreute Wohnform wechseln könnten. Das soll mehr Selbstbestimmung ermöglichen und gleichzeitg die notwendige Betreuung sicherstellen. Diese Plätze sollen auch vorrangig angemietet bzw. in bestehender Infrastruktur der Träger realisiert werden (Nutzung von bereits vorhandenem Bestand).

Weitere Plätze entstehen im Bereich der inklusiven Wohn-Assistenz (Betreuung in den eigenen vier Wänden mit Betreuung durch persönliche Assistenz bzw. mobile Betreuung und Hilfe). 12 Plätze entstehen für Menschen mit Folgewirkung von Suchterkrankungen. Es entstehen zudem Plätze für Kinder und Jugendliche, die eine intensive 24/7-Betreuung benötigen. Diese Plätze entstehen in familienähnlichen Strukturen, um sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und zu stabilisieren.

 

Fahrplan zur Umsetzung

April 2025: Einladung zur Einreichung von Konzepten im Rahmen der Kriterien

30.Juni 2025: Stichtag zur Einreichung

September 2025: Bewertung der Projekte durch Fachabteilung auf Basis der Ausschreibung.

Oktober 2025: Auftragsvergabe an die Träger mit Bekanntgabe des Umsetzungszeitpunkts

 

Miteinander GmbH ist seit 50 Jahren ein kompetenter und innovativer Partner und zeigt mit „alternativen Wohnformen“ neue Wege auf

Der Verein Miteinander begleitet seit seiner Gründung im Jahr 1975 Menschen mit Beeinträchtigungen und setzt sich für ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe ein. Über die Jahre hat sich der Verein zu einer wichtigen sozialen Organisation, der Miteinander GmbH, in Oberösterreich entwickelt. Was einst als Initiative von Eltern begann, die sich für die Zukunft ihrer Kinder mit Beeinträchtigungen einsetzten, ist heute eine Organisation mit einer klaren Vision: Teilhabe für alle Menschen – von Anfang an und in allen Lebensbereichen.

Die „Alternativen Wohnformen“ stellen einen dieser neuen Wege dar. Das ist ein Wohnangebot für Menschen mit Beeinträchtigungen, das nicht-institutionell organisiert ist, sondern Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit in den Mittelpunkt stellt. Ausgehend von der UN-Behindertenrechtskonvention trägt diese Wohnform dazu bei, den Bedarf an Wohnplätzen zu decken. Unkompliziert und unbürokratisch werden Wohngemeinschaften für und mit jeweils drei Menschen mit Beeinträchtigungen realisiert. Die Betreuung in dieser Wohnform wird durch Persönliche Assistenz sowie 24-Stunden-Betreuung gewährleistet. Die Bewohner/innen sind gleichzeitig auch Mieter/innen und treffen alle Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, selbst. Die Miteinander GmbH nimmt dabei die Rolle eines Service-Dienstleisters ein und begleitet die Bewohner/innen von Beginn an mit Beratung und Unterstützung. Dies reicht von der Suche nach geeigneten Wohnbauträgern und Objekten, Kontakt mit Baufirmen und Handwerkern, Organisation der Betreuungsform und vieles mehr, wenn es darum geht selbstständig zu wohnen. Darüber hinaus steht – wenn dies gewünscht ist – die Miteinander GmbH auch nach dem Einzug in die Wohngemeinschaft in beratender und begleitender Form zur Verfügung, um bei den alltäglichen und nicht-alltäglichen Herausforderungen zu unterstützen.

Aktuell existieren fünf Wohngemeinschaften nach dem Konzept der „Alternativen Wohnformen“, drei weitere befinden sich in Bau, eine weitere ist in Planung.

Neben dieser alternativen Wohnform ist die Miteinander GmbH bereits seit 20 Jahren im Wohnbereich für Menschen mit Beeinträchtigungen tätig und bietet hierbei in sechs Wohnverbünden (vollbetreutes Wohnen, teilbetreutes und begleitetes Wohnen) insgesamt 58 Personen ein Zuhause. Zusätzlich vermietet die Miteinander GmbH auch 8 Wohnungen an Menschen mit Beeinträchtigungen, die dort mittels Mobiler Dienstleistungen betreut werden. Gemeinsam mit den Alternativen Wohnformen zeichnet die Miteinander GmbH für die Betreuung, Begleitung und Unterstützung von insgesamt 81 Personen verantwortlich.

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