57 kolumbianische Pflegekräfte starten 2026 in den Alten- und Pflegeheimen der OÖ Sozialhilfeverbände
Klare Regeln, echte Chancen: Integration erfolgt in Oberösterreich durch Leistung
„Integration gelingt durch Leistung. Wer Deutsch lernt, arbeitet, unsere Werte respektiert und leistungsbereit ist, hat in Oberösterreich viele Chancen – unabhängig davon, woher er kommt. Die 57 Pflegekräfte aus Kolumbien zeigen, wie qualifizierte Zuwanderung funktionieren kann: Sie bringen eine fundierte Ausbildung mit, bereiten sich bereits vor der Einreise intensiv vor und wollen sich hier langfristig eine Zukunft aufbauen. Genau diese Form der Zuwanderung brauchen und unterstützen wir.“
– Soziallandesrat Dr. Christian Dörfel
„Der Sozialhilfeverband Perg hat bereits frühzeitig (2018) mit der Rekrutierung von Pflegefachkräften aus Drittstaaten begonnen. Seit Jänner 2022 arbeiten philippinische Pflegefachkräfte bei uns. Sie sind mittlerweile äußerst wichtige und geschätzte Kolleginnen und Kollegen in unseren 6 Alten- und Pflegeheimen und ermöglichen viele Bewohneraufnahmen. Demnächst werden sie und unsere weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 13 kolumbianischen Pflegefachkräften unterstützt. Dem Onboarding-Prozess und der persönlichen Begleitung im Integrationsprozess und in der Ausbildung in OÖ wird bei uns ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt. 2 Kolleginnen kümmern sich federführend darum – ein äußerst wichtiger Beitrag zum Erfolg.“
– Bezirkshauptmann Mag. Werner Kreisl, Obmann des Sozialhilfeverbandes Perg
„Bis 2050 gehen rund drei Viertel der erfahrenen Pflege- und Betreuungskräfte in Pension, gleichzeitig steigt der Pflegebedarf deutlich. Deshalb brauchen wir beides: eine starke Ausbildung in Oberösterreich und gezielte internationale Fachkräftegewinnung. Gerade in der Pflege müssen die Maßstäbe besonders hoch sein. Denn Pflege ist kein beliebiger Beruf, sondern hochprofessionelle Arbeit mit großer Verantwortung. Deshalb reicht Anwerbung allein nicht. Wir setzen in Oberösterreich auf fundierte Ausbildung, intensive Deutschförderung, strukturierte Integration und eine echte Perspektive, dauerhaft Teil unserer Teams und unserer Gesellschaft zu werden.“
– Anna Ferihumer, Geschäftsführerin ALTER OÖ
Oberösterreichs Integrationskurs: Chancen für Leistungsträger, harte Konsequenzen bei Integrationsverweigerung
Oberösterreich verfolgt in der Integrationspolitik einen klaren Kurs: Integration ist Pflicht, kein Angebot. Wer hier leben will, muss Deutsch lernen, arbeiten und die gemeinsamen Regeln und Werte respektieren. Diese Grundsätze sind in der OÖ Hausordnung klar festgehalten und bilden das gemeinsame Wertefundament für ein gutes Zusammenleben.
Dabei wird bewusst unterschieden zwischen jenen, die bereit sind, Leistung zu erbringen und ihren Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, und jenen, die Integration verweigern. Wer sich anstrengt, Deutsch lernt und arbeitet, hat in Oberösterreich viele Chancen. Wer sich seinen Pflichten entzieht und dauerhaft auf Kosten der Allgemeinheit lebt, muss hingegen mit harten Konsequenzen rechnen. Der Sozialstaat ist für jene da, die Hilfe brauchen – nicht für jene, die ihn ausnutzen.
Oberösterreich wird auch in Zukunft auf qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sein. Ohne ihren Einsatz könnte der heutige Wohlstand und die hohe Lebensqualität auf Dauer nicht erhalten bleiben. Das gilt in der Industrie, am Bau ebenso wie in der Pflege und Betreuung. Entscheidend ist daher nicht, woher jemand kommt, sondern ob er bereit ist, Leistung zu erbringen.
Die internationale Gewinnung von Pflegekräften zeigt, wie qualifizierte Zuwanderung gelingen kann: Die Fachkräfte werden gezielt nach ihrer Ausbildung und Berufserfahrung ausgewählt, lernen bereits vor der Einreise Deutsch, treten unmittelbar eine Beschäftigung an und werden beim Ankommen strukturiert begleitet. Oberösterreich verfolgt daher einen klaren Kurs: Zuwanderung muss sich am Bedarf des Landes orientieren und Integration vom ersten Tag an verbindlich eingefordert werden.
Trotz Ausbildungsrekord und Personal-Höchststand – Personal international gezielt ergänzen
Oberösterreich verzeichnet derzeit eine Rekordnachfrage nach Pflegeausbildungen. Das ist das Ergebnis konkreter Maßnahmen: vom Pflegeausbildungsstipendien über Gehaltsverbesserungen bis hin zu gezielter Öffentlichkeitsarbeit und Ausbildungsberatung durch ALTER OÖ. Diese Entwicklung zeigt: Der Pflegeberuf gewinnt wieder an Attraktivität.
Auch bei der Beschäftigung zeigt sich diese positive Entwicklung: Derzeit arbeiten 8.255 Personen in der stationären Langzeitpflege – so viele wie noch nie. Gleichzeitig konnte die Zahl jener Pflegebetten, die aufgrund von Personalmangel nicht belegt werden können, deutlich reduziert werden. Im Vergleich zum 31. Dezember 2022 sank ihre Zahl bis Ende 2025 um 553 Betten.
| Die Personalgewinnung von Pflegekräften in Oberösterreich folgt einer klaren Prioritätenreihung:
1. Personalgewinnung in Oberösterreich/Österreich 2. Personalgewinnung im EU-/EWR-Raum 3. Personalgewinnung in Drittstaaten |
Gleichzeitig bleibt die demografische Herausforderung bestehen. Der Pflegebedarf steigt, während in den kommenden Jahren viele erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pension gehen. Deshalb braucht es beides: So viele Pflegekräfte wie möglich in Oberösterreich ausbilden und gewinnen – und dort, wo zusätzlicher Bedarf besteht, gezielt international ergänzen.
Die Philippinen waren das erste große Partnerland, Kolumbien ist der nächste Schritt
Derzeit arbeiten 230 Pflegekräfte von den Philippinen in den Einrichtungen der Oö. Sozialhilfeverbände. Seit 2022 wurden mit Pflegekräften von den Philippinen wichtige Erfahrungen gesammelt und von ALTER OÖ die Abläufe wesentlich verbessert: Die Sprachförderung wurde weiterentwickelt. Arbeitgeber und Teams werden stärker vorbereitet. Die Begleitung der internationalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde professionalisiert.
Mit Kolumbien setzt Oberösterreich 2026 den nächsten Schritt in der ergänzenden internationalen Fachkräftestrategie. Erstmals werden 57 akademisch ausgebildet Pflegekräfte aus Kolumbien ihre berufliche Tätigkeit in den Alten- und Pflegeheimen der oberösterreichischen Sozialhilfeverbände aufnehmen.
Es ist die bislang größte zusammenhängende Gruppe kolumbianischer Pflegekräfte, die im Rahmen der internationalen Fachkräftegewinnung nach Oberösterreich kommt.
Die größte Gruppe wird zunächst beim Sozialhilfeverband Perg eingesetzt. Nach einem vierwöchigen, strukturierten Onboardingprogramm werden die Pflegekräfte schrittweise auf die Einrichtungen des Bezirks verteilt.
Warum OÖ auf Pflegekräfte aus Kolumbien setzt
Bei der Auswahl internationaler Pflegekräfte zählt die hohe fachliche Qualifikation. Aber gerade in der Pflege braucht es mehr.
- Hohe fachliche Qualifikation: Kolumbianische Pflegekräfte verfügen über eine vierjährige akademische Ausbildung auf Universitätsniveau und bringen fundierte praktische Erfahrung mit. Die hohe Übereinstimmung mit der österreichischen Ausbildung ermöglicht eine rasche Anerkennung und eine schnelle Entlastung unserer Pflegeteams.
- Große Motivation und klare berufliche Perspektive: Die Pflegekräfte kommen mit einem klaren Ziel nach Oberösterreich: Sie wollen sich beruflich weiterentwickeln, möglichst rasch als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen arbeiten und langfristig Verantwortung in unseren Einrichtungen übernehmen.
- Hohe Wertschätzung älterer Menschen: Gerade in der Altenpflege entscheidet nicht ausschließlich die fachliche Kompetenz. In Kolumbien genießen ältere Menschen traditionell einen hohen Stellenwert. Respekt, Aufmerksamkeit und ein würdevoller Umgang mit älteren Menschen sind stark verankert.
- Gute Voraussetzungen für erfolgreiche Integration: Offenheit, Familienorientierung, Solidarität und eine christliche geprägte Wertebasis schaffen eine gute Basis für das Ankommen in Oberösterreich. Gleichzeitig bringen die Pflegekräfte Teamgeist, Lernbereitschaft und die Bereitschaft mit, sich aktiv zu integrieren.
Qualität vor Quantität
Die Pflegekräfte aus Kolumbien bringen eine vierjährige akademische Pflegeausbildung auf Universitätsniveau und praktische Berufserfahrung mit. Damit kommen keine Berufsanfänger nach Oberösterreich, sondern bereits ausgebildete Pflegefachkräfte.
Zu Beginn ihrer Tätigkeit arbeiten die Pflegekräfte entsprechend der österreichischen Anerkennungsvorgaben als Pflegefachassistentinnen und Pflegefachassistenten. Parallel dazu absolvieren sie die notwendigen Ergänzungsausbildungen im Rahmen des Nostrifizierungsverfahrens. Das gemeinsame Ziel ist klar: Sie sollen möglichst rasch ihre volle Qualifikation als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen (DGKP) erreichen und damit ihre gesamte fachliche Kompetenz in unseren Einrichtungen einsetzen können.
Dabei geht es nicht um eine kurzfristige Personalmaßnahme. Die Pflegekräfte kommen mit dem klaren Ziel nach Oberösterreich, sich hier langfristig eine berufliche und private Zukunft aufzubauen.
Das OÖ Integrationsmodell für internationale Pflegekräfte: Integration beginnt vor der Einreise
ALTER OÖ hat aus den Erfahrungen der letzten Jahre Prozesse entwickelt und Qualitätsstandards definiert, deren Umsetzung genau kontrolliert werden. Es wird bewusst darauf geachtet, dass schon Monate vor der Einreise wichtige Voraussetzungen geschaffen werden.
- Sehr gezielte Auswahl: Die zukünftigen Pflegekräfte erhalten bereits in Kolumbien umfassende Informationen. Sie wissen, wo sie arbeiten, bei welchem Arbeitgeber, wo sie wohnen und welche Anforderungen an sie gestellt werden. Damit werden Erwartungen frühzeitig geklärt.
- Deutsch vor Einreise: Auch sprachlich beginnt die Vorbereitung lange vor der Ankunft in Österreich. Die Pflegekräfte werden bereits in Kolumbien nach österreichischen Standards ausgebildet und reisen mit einem sehr guten B1-Sprachniveau ein. Die Ausbildung in Bogota ist außerdem eng verzahnt mit dem oberösterreichischen Sprachkompass Pflege. So entsteht ein durchgängiger Sprachlernprozess.
- Verpflichtende Arbeitgeberhearings: Noch vor der Einreise lernen sich Arbeitgeber und künftige MitarbeiterInnen kennen. Erwartungen werden offen angesprochen. Das reduziert Missverständnisse und verbessert die Voraussetzungen für eine langfristige Zusammenarbeit.
- Interkulturelle Vorbereitung auf Oberösterreich: Nicht nur die Pflegekräfte werden auf das Leben und Arbeiten in Oberösterreich vorbereitet. Auch Führungskräfte und Teams der aufnehmenden Einrichtungen werden auf die Zusammenarbeit mit internationalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eingestimmt.
Nach der Ankunft in Oberösterreich beginnt die zweite Phase und wird die Integration weiter intensiviert.
- Vierwöchiges professionelles Onboarding: In einem vierwöchigen strukturierten Prozess werden die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Behördenwegen unterstützt, fachlich eingeschult, in die Teams integriert und mit dem österreichischen Pflege- und Gesundheitssystem vertraut gemacht.
- Sprachkompass Pflege: Mit einem speziell entwickelten Sprachfördermodell wird die sprachliche Entwicklung individuell weitergeführt – mit Sprachstandserhebungen, arbeitsplatzbezogener Förderung und regelmäßiger Überprüfung der Fortschritte bis B2. So werden die Pflegekräfte gezielt auf eine sichere Kommunikation im Pflegealltag bis zum Sprachniveau B2 vorbereitet.
- Buddy- und Peer-Programme: Begleitung durch erfahrene internationale Pflegekräfte, Kolleginnen und Kollegen sowie Communities der Herkunftsländer zur Unterstützung bei der beruflichen und sozialen Integration.
- Begleitung bis zur beruflichen Handlungskompetenz: Die Unterstützung endet nicht nach dem Onboarding. Die Pflegekräfte werden auch während Nostrifizierung und Ergänzungsausbildung begleitet – mit dem Ziel, möglichst rasch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson (DGKP) tätig sein zu können.
Umsetzung mit einem erfahrenen Partner
Mit dem Personaldienstleister Talent & Care arbeitet das Land Oberösterreich mit einem Partner zusammen, der bereits umfangreiche Erfahrung in der internationalen Fachkräftegewinnung mitbringt. Talent & Care kooperiert mit rund 40 kolumbianischen Universitäten und Ausbildungseinrichtungen und verfügt damit über Zugang zu einem breiten Pool akademisch ausgebildeter Pflegekräfte. Der Personaldienstleister betreibt in Bogota eine eigene Deutsch-Sprachschule nach österreichischen Qualitätsstandards. Mehr als 750 internationale Pflegekräfte wurden bereits erfolgreich nach Österreich begleitet. Von den bislang mehr als 750 nach Österreich begleiteten akademischen Pflegekräften sind laut den vorliegenden Erfahrungswerten nur rund zwei Prozent wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt.
