Aktuelles.

Oberösterreich setzt neue Maßstäbe bei Deutschkursen

Einheitliche Standards, bedarfsgerechte Kurse und klare Konsequenzen bei Verstößen

 

„Gelungene Integration beruht auf drei klaren Säulen: Deutsch. Arbeit. Werte. Deutsch ist dabei der Schlüssel für Bildung, Arbeit und ein selbstständiges Leben. Deshalb müssen öffentlich geförderte Deutschkurse überall denselben hohen Qualitätsstandards entsprechen. Oberösterreich geht hier als erstes Bundesland voran und zeigt, wie aus unterschiedlichen Kursangeboten ein abgestimmtes, transparentes und wirksames System wird. Ich wünsche mir, dass dieses Beispiel Schule macht.“

– Integrationsministerin Claudia Bauer

 

Deutsch ist unsere gemeinsame Sprache und der Schlüssel für Integration. Mit der Ausschreibung der Niveaukurse beenden wir das bisherige „Wunschkonzert“ und sorgen für aktive Steuerung. Wir gewährleisten eine regionale Verteilung, passende Kurse und rasche Konsequenzen bei Verstößen. Oberösterreich übernimmt damit neuerlich eine Vorreiterrolle in der Integrationspolitik.“

– Integrationslandesrat Dr. Christian Dörfel

 

Deutsch zu lernen ist keine Option, sondern eine der Voraussetzungen für gelungene Integration. Oberösterreich übernimmt nun die bewährten Qualitätsstandards des ÖIF. Das bedeutet: eine einheitliche Sprachstandseinstufung, vergleichbare Qualität und vollständige Transparenz über öffentlich geförderte Deutschkurse. Das sorgt für mehr Wirkung, einen effizienteren Einsatz öffentlicher Mittel und eine evidenzbasierte Weiterentwicklung der Deutschkurse. Es wird sichergestellt, dass öffentliche Mittel dort für die Integration eingesetzt werden, wo sie die größtmögliche Wirkung entfalten.“

– Direktor des Österreichischen Integrationsfonds, Franz Wolf

 

Deutsch, Arbeit und Respekt als zentrale Säulen der oberösterreichischen Integrationspolitik

Seit Jahren verfolgt das Land Oberösterreich in der Integrationspolitik einen konsequenten Weg entlang der Leitlinien Deutsch, Arbeit und Respekt. Dabei kommt dem Erlernen der deutschen Sprache eine Schlüsselrolle zu: Deutsch ist die gemeinsame Sprache und die Grundlage für Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe. Um die Unterstützung noch zielgerichteter und effizienter zu gestalten und zugleich die Eigenverantwortung von Zugewanderten stärker einzufordern, werden die Deutschkurse in Oberösterreich in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) grundlegend neu aufgestellt.

 

Oberösterreich als Vorreiter: Land übernimmt bundesweite Standards bei Sprachstandseinstufung, Kursqualität und Integrationsdaten

Gemäß Integrationsgesetz stellt der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) Flüchtlingen, subsidiär Schutzberechtigten und ukrainischen Vertriebenen ab 15. Jahren Deutschkurse von der Alphabetisierung bis zu einem hohen Sprachniveau zur Verfügung. Ergänzend dazu fördert das Land Oberösterreich Kurse für Zuwanderer, die sich in Oberösterreich niedergelassen haben und über keine oder nur geringe Deutschkenntnisse verfügen sowie für Asylwerber mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit.

 

Klare Erwartungshaltung in OÖ Hausordnung festgeschrieben:

„Wer dazugehören will, muss sich verständigen können. Deutsch ist die gemeinsame Sprache – im Kindergarten, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Amt, im Verein. Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortung stehen dabei an erster Stelle. Wer sich länger hier aufhält, ist verpflichtet, Deutsch zu lernen. Denn Sprache schafft Verstehen, da fehlende Sprachkenntnisse isolieren.

Es ist klar: Nicht alle starten mit den gleichen Voraussetzungen. Deshalb wird dort geholfen, wo es nötig ist. Zugleich wird Eigeninitiative erwartet. Denn wer sich hier eine Zukunft aufbauen möchte, dem ist zuzumuten, im Rahmen seiner jeweiligen Möglichkeiten selbst aktiv zu werden.

Sprache und Bildung sind Pflicht und keine Kür, denn sie sind eine wesentliche Voraussetzung für ein gutes Einfinden und Weiterkommen in der Gesellschaft.“

 

Landesrat Dörfel: Ausschreibung von Deutschkursen – Oberösterreich beendet bisheriges „Wunschkonzert“

Bisher bestand die Praxis darin, dass die Trägerorganisationen, die Deutschkurse anbieten, ihren erwarteten Bedarf einmeldeten. Auf dieser Grundlage wurden bereits frühzeitig Budgetmittel reserviert – noch bevor der tatsächliche Bedarf und die spätere Auslastung der Kurse feststanden.

Dieses System erschwert eine vorausschauende Planung:

  • Werden zu viele Kurse genehmigt, bleiben Plätze unbesetzt und Budgetmittel gebunden.
  • Werden zu wenige Kurse eingeplant, können regionale Versorgungslücken entstehen, die erst zeitverzögert geschlossen werden können.
  • Zusätzliche Kurse können bislang meist erst nachträglich eingerichtet werden.
  • Dokumentation und Qualitätssicherung unterscheiden sich je nach Bildungsträger.
  • Eine zentrale regionale und inhaltliche Steuerung des gesamten Kursangebots ist nur eingeschränkt möglich.

 

Mit der Neuausschreibung übernimmt das Land Oberösterreich künftig eine stärkere Steuerungsrolle. Deutschkurse können dadurch gezielter geplant, regional ausgewogen angeboten und laufend an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden.

Gleichzeitig sorgen einheitliche Vorgaben für bessere Vergleichbarkeit, höhere Qualität und einen effizienteren Einsatz öffentlicher Mittel. Die Ausschreibung orientiert sich an den Lebensrealitäten der Teilnehmenden und berücksichtigt deren persönliche Rahmenbedingungen. Randzeitenkurse ermöglichen etwa eine bessere Vereinbarkeit mit beruflichen Verpflichtungen. Sollte zudem innerhalb einer Kursgruppe ein vermehrter Bedarf an Kinderbetreuung bestehen, wird sich um eine solche gesorgt. Die Ausschreibung startet mit Anfang September, bis Ende November wird das Ergebnis der Ausschreibung erwartet.

 

Zielbild für die neuen Deutschkurse:

·         Aktiv steuern mit klarer Zuständigkeitsabgrenzung

OÖ steuert das Angebot aktiv und laufend nach klar definierten Zielgruppen zur Abgrenzung von bestehenden Bundesmaßnahmen durch ÖIF und AMS.

·         Bedarfsorientierte Schwerpunkte bilden

Angebote richten sich danach, was Menschen und Regionen tatsächlich brauchen, nicht danach, was bisher angeboten wurde. Besondere Aufmerksamkeit gilt daher Gemeinden mit hohem Migrationsdruck („Hotspots“) und Zielgruppen.

·         Schnell reagieren können

Wenn sich der Bedarf ändert, können Angebote rasch angepasst oder neu gestartet werden – besonders in Hotspots.

·         Gleiche Regeln für alle schaffen

Einheitliche Qualitäts- und Berichtsvorgaben sorgen für Transparenz und Vergleichbarkeit.

 

Kooperation von Bund, Land und ÖIF stellt Deutschkurse auf neue Beine

Mit einer neuen Kooperation setzen Bund, Land Oberösterreich und ÖIF einen Meilenstein auf dem Weg zu bundesweit einheitlichen Qualitätsstandards und durchgängiger Transparenz in der öffentlichen Deutschkursförderung:

  • Künftig erfolgt die Sprachstandseinstufung nach bundesweit einheitlichen Standards: Auch die vom Land geförderten Personengruppen werden künftig durch den ÖIF digital und nach einheitlichen Standards eingestuft.
  • Gleichzeitig werden die Qualitätsvorgaben abgestimmt: Künftig entsprechen auch die Deutschkurse des Landes den bewährten Bundesstandards nach dem Integrationsgesetz.
  • Zudem werden sämtliche Daten aus den landesgeförderten Deutschkursen fortan in die Integrationsschnittstelle des Bundes eingemeldet, um tagesaktuelle Daten zur Verfügung zu haben und somit im Bedarfsfall unmittelbar Sanktionen aussprechen zu können.

 

Mit der Verankerung einheitlicher Standards bei Sprachstandseinstufung, Kursqualität und Datenerfassung nimmt Oberösterreich eine österreichweite Vorreiterrolle ein.

 

  1. Digitale Sprachstandseinstufung für passgenaue Einstufung

Eine treffsichere Einstufung ist die Grundlage für erfolgreiches Deutschlernen. Deshalb setzt Oberösterreich künftig auf die digitale Sprachstandsfeststellung des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF).

  • Das gemeinsam mit dem Österreichischen Sprachdiplom Deutsch (ÖSD) entwickelte Verfahren stellt die Deutschkenntnisse objektiv und nach bundesweit einheitlichen Standards fest.
  • Die Einstufung orientiert sich am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER). Im Integrationszentrum Oberösterreich werden jährlich rund 4.000 Personen eingestuft.
  • Nach erfolgreicher Pilotphase wird das Verfahren derzeit auch für Personen im Zuständigkeitsbereich des Landes Oberösterreich weiter ausgerollt.
  • Die Ergebnisse stehen dem Land tagesaktuell zur Verfügung. Dadurch können die Teilnehmer rasch einem Kurs zugewiesen werden, der ihrem tatsächlichen Sprachniveau entspricht. Das verhindert Über- und Unterforderung, verbessert die Lernerfolge und sorgt dafür, dass Kursplätze effizient genutzt werden.

 

  1. Einheitliche Qualitätsstandards für öffentlich geförderte Deutschkurse

Das Land Oberösterreich richtet seine landesgeförderten Deutschkurse künftig an den Qualitätsstandards des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) aus, die sich in der Vergangenheit bewährt haben.

  • Die Standards umfassen klare Vorgaben zu Kursinhalten und Lernzielen, zur Qualifikation der Lehrkräfte sowie zur Dokumentation und laufenden Qualitätssicherung.
  • Auch zentrale Inhalte der ÖIF-Rahmencurricula und der OÖ Hausordnung werden in die Kursgestaltung übernommen.
  • Dadurch werden öffentlich geförderte Deutschkurse besser vergleichbar und eine hohe Unterrichtsqualität gewährleistet.
  • Die Kursträger erhalten klare Vorgaben, die Teilnehmer verlässliche Rahmenbedingungen für ihren Lernerfolg.
  • Der ÖIF verfügt als einziger Anbieter österreichweit über eine gesetzlich geregelte Qualitätssicherung für Deutschkurse. Mit der Übernahme dieser Standards orientiert sich Oberösterreich an den bundesweit höchsten Qualitätsmaßstäben.

 

  1. Lückenlose und tagesaktuelle Dokumentation durch die Integrationsschnittstelle des Bundes

Als erstes Bundesland meldet Oberösterreich sämtliche Daten seiner geförderten Deutschkurse in die Integrationsschnittstelle des Bundes ein.

  • Der ÖIF stellt bereits seit 2018 alle relevanten Daten zum Besuch seiner Deutschkurse automatisiert und tagesaktuell zur Verfügung.
  • Künftig wird auch bei den vom Land Oberösterreich geförderten Kursen der gesamte Verlauf dokumentiert – von der Sprachstandseinstufung über die Teilnahme bis zum Kursabschluss.
  • Sozialhilfebehörden, AMS und weitere zuständige Stellen erhalten damit eine einheitliche und aktuelle Datengrundlage und können bei Missachtung von Regeln unmittelbar Sanktionen aussprechen
  • Doppelgleisigkeiten und Mehrfachförderungen können vermieden sowie Entwicklungen frühzeitig erkannt werden.
  • Bund, Land Oberösterreich und ÖIF schaffen damit erstmals einen lückenlosen Überblick über öffentlich geförderte Deutschkurse eines Bundeslandes.

Diesen Beitrag teilen

Weitere Themen

Nächster Schritt in der Betreuungsarchitektur 2040 – Bezirksseniorenzentrum in Altheim wird zum Heim der Zukunft

Neues Bezirksseniorenzentrum bietet 99 moderne Pflegeplätze – rund 17,9 Millionen Euro in zeitgemäße Pflege und Betreuung investiert   Mit der feierlichen Eröffnung des neuen Bezirksseniorenzentrums in Altheim setzt Oberösterreich den nächsten Schritt in der Umsetzung der Betreuungsarchitektur 2040. In Anwesenheit von Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred …

Betreubares Wohnen in Roßleithen setzt nächsten Schritt der Betreuungsarchitektur 2040

18 neue Wohneinheiten ermöglichen selbstbestimmtes und generationenübergreifendes Wohnen   Mit dem Spatenstich für das Betreubare Wohnen in Roßleithen wird ein weiteres Projekt im Sinne der Betreuungsarchitektur 2040 umgesetzt. Insgesamt entstehen 18 moderne Wohneinheiten. Zwölf davon sind für Betreubares Wohnen vorgesehen, die weiteren sechs stehen …

Ziel bereits übertroffen – Sorgende Gemeinschaften werden zur Erfolgsgeschichte

Bereits 34 Sorgende Gemeinschaften im Entstehen – Betreuungsarchitektur 2040 wird konsequent umgesetzt Die Sorgenden Gemeinschaften entwickeln sich in Oberösterreich schneller als erwartet zur Erfolgsgeschichte: Das ursprünglich ausgegebene Ziel für das heurige Jahr, 30 Sorgende Gemeinschaften auf den Weg zu bringen, wurde bereits nach wenigen …

LH Thomas Stelzer und LR Christian Dörfel ehrten 23 verdiente Persönlichkeiten aus dem Sozialbereich

Verleihung des Ehrentitels Konsulentin bzw. Konsulent für Soziales und der Humanitätsmedaille   Solidarität und Zusammenhalt werden in Oberösterreich aktiv gelebt. Das dichte soziale Netz beruht dabei vielfach auf dem persönlichen und ehrenamtlichen Einsatz engagierter Landsleute. Im Rahmen eines Festaktes am Mittwoch, 16. September im …

OÖ Hausordnung macht Schule

Neue Lernbegleitmaterialien für den Regelunterricht bringen die 13 Regeln des Zusammenlebens in Oberösterreichs Klassenzimmer   „Integration kann nur gelingen, wenn wir selbstbewusst wissen, wofür wir stehen und was unser Zusammenleben ausmacht. Wir müssen aber auch den Zuwanderern klar sagen, was wir von ihnen erwarten. Mit …

„Wer alt genug ist, gewalttätig zu sein, ist alt genug, bestraft zu werden!“

Gewalttat durch elf und zwölfjährige Mädchen in Wels-Land zeigt dringenden Handlungsbedarf – Dörfel fordert wiederholt Senkung der Strafmündigkeit auf zwölf Jahre   Der heutige Medienbericht über eine brutale Gewalttat im Bezirk Wels-Land macht einmal mehr deutlich, dass bei der Strafmündigkeit dringender Handlungsbedarf besteht. Eine …
Zum Inhalt springen