Begleitung, Betreuung und Pflege in guter Qualität für ein Altern in Würde.
„Wir stellen uns den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft. Mit unserer gesamthaften oö. Pflegestrategie 2040 richten wir gemeinsam mit dem Gemeindbund, Städtebund und den Regionalen Träger Sozialer Hilfen unsere Systeme konsequent auf die Zukunft aus. An dieser Stelle danke ich unseren Partnern für die gute Zusammenarbeit und die Bereitschaft, die kommenden Herausforderungen gemeinsam aktiv zu gestalten.
Wir verfolgen ein klares Ziel: Die Menschen sollen auch in Zukunft ihren Lebensabend selbstbestimmt und in vertrauter Umgebung verbringen können – mit bedarfsgerechter Betreuung und Pflege in guter Qualität, leistbar für den Einzelnen und finanzierbar für die öffentliche Hand.
Um dieses Ziel zu erreichen setzen wir weitere Schwerpunkte bei der Personalgewinnung und schaffen den Rahmen für neue Betreuungsformen. Gleichzeitig starten wir die nächste Etappe der oö. Pflegestrategie 2040: die Bedarfs- und Entwicklungsplanung für die kommenden Jahre.“
– Sozial-Landesrat Dr. Christian Dörfel
„Angesichts der demographischen Entwicklung ist es wichtig innerhalb der Bevölkerung Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Pflege und Betreuung aktiv gestaltet werden muss. Einerseits durch die Betroffenen selbst, indem jede und jeder Einzelne Maßnahmen setzt, um möglichst lang selbstbestimmt in der gewohnten Umgebung leben zu können. Dafür wird es notwendig sein, das eigene Zuhause zum Beispiel durch Digitalisierung betreuungs- und pflegefit zu machen sowie bauliche Barrieren zu reduzieren. Ziel muss es sein, möglichst lang durch eigenes Zutun am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
– Cornelia Altreiter-Windsteiger, Leiterin Abteilung Soziales, Land OÖ
Oö. Pflegestrategie 2040 als Antwort auf die alternde Gesellschaft
Mit der oö. Pflegestrategie 2040 wurde gemeinsam mit Gemeinde- und Städtebund eine gesamthafte Strategie erarbeitet, um eine gute Betreuung und Pflege auch in Zukunft sicherzustellen. Diese Strategie wird in Etappen umgesetzt. Mit der Fachkräftestrategie Pflege, der Gründung von ALTER OÖ sowie der Entwicklung der Betreuungsarchitektur 2040 wurden bereits wichtige Eckpfeiler gesetzt. Mit der Bedarfs- und Enwicklungsplanung folgt im Jahr 2026 der nächste Schritt.

Pflegebudget 2026 für ein Altern in Würde
Durch die finanziellen Mitteln des Landes Oberösterreich werden insbesondere die Weiterentwicklung und Innovation vorangetrieben, der Regelbetrieb im Bereich der stationären Pflege wird durch die Städte und Gemeinden (Regionale Träger Sozialer Hilfen) sichergestellt. Zusätzlich finanziert das Sozialressort des Landes Oberösterreich die Ausbildung der nötigen Fachkräfte und unterstützt die häusliche Pflege:

Schwerpunkte 2026 im Bereich „Betreuung und Pflege“Schwerpunkt I: Personalgewinnung– Fortsetzung der erfolgreichen Fachkräftestrategie: Die Gewinnung von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Betreuung und Pflege wird verstärkt – etwa durch den Ausbau der Pflegelehre, der Unterstützung von Führungskräften sowie der Heimleiterausbildung in Oberösterreich. – Neues Image der Pflege: Mit der Gründung von ALTER OÖ im Frühjahr 2025 wurde ein Meilenstein bei der Attraktivierung des Berufsbildes gelegt. Durch einen starken Markenauftritt und koordinierte und umfassende Beratungen zu Pflegeausbildungen wird die Attraktivierung des Pflegeberufs vorangetrieben. – Ausbildungsoffensive: Im Jahr 2026 stehen 84 Lehrgänge mit 1878 neuen Plätze für eine Ausbildung im Bereich der Betreuung und Pflege zur Verfügung – ein absoluter Höchststand.
Schwerpunkt II: Neue Betreuungsformen und Planungsgrundlagen– Betreuungsarchitektur 2040: Nach der Erarbeitung im vergangenen Jahr werden nun im ersten Quartal 2026 die Ergebnisse präsentiert und mit der Umsetzung von Pilotprojekten begonnen – wie z.B. dem Aufbau von sorgenden Gemeinschaften. – Bedarfs- und Entwicklungsplan: Eine gute und bedarfsgerechte Planung erfordert konkretes Zahlenmaterial – daher erfolgt im Jahr 2026 eine quantitative Prognose der Bedarfe bis 2040 auf Landes- und Regionalebene. – Bereichsübergreifende Ausbildungsplanung: Die Bereiche Gesundheit, Altenpflege und Behindertenhilfe überschneiden sich zunehmend – daher soll eine gemeinsame Planung der Ausbildungsbedarfe sowie die Weiterentwicklung der Ausbildungskoordinierung erfolgen.
Schwerpunkt III: Innovation und Digitalisierung– Erweiterung von ALTER OÖ: Die Pflege- und BetreuungsManagement GmbH erhält neben der Personalgewinnung mit der Digitalisierung ein neues Geschäftsfeld. – Weiterentwicklung der mobilen Dienste: Die Digitalisierung schafft bei den mobilen Diensten Entlastungsmöglichkeiten – die landesweite Digitalisierung der Pflegedokumentation soll heuer abgeschlossen werden, um die Voraussetzungen zur flächendeckenden Anbindung an ELGA zu schaffen. – Das Heim der Zukunft: Auch im stationären Bereich sorgt die Digitalisierung für Entlastungen. Die mobile Pflegedokumentaton sowie die ELGA-Anbindung in allen Alten- und Pflegeheimen soll landesweit abgeschlossen werden. Auch eine einheitliche Darstellung der Wartelisten in Alten- und Pflegeheimen soll für mehr Transparenz und eine bessere Übersicht über die zur Verfügung stehenden Kapazitäten sorgen. |
SCHWERPUNKT I: Gewinnung von Personal als prioritäres Ziel
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Fortsetzung der erfolgreichen Fachkräftestrategie
Mit der Fachkräftestrategie Pflege hat das Sozialressort gemeinsam mit Städtebund und Gemeindebund ein umfassendes Maßnahmenpaket gestartet, das konsequent abgearbeitet wird. Die Fachkräftestrategie zeigte in den 3 Jahren ihrer Umsetzung Wirkung, darunter ein Höchststand an Personen, die sich derzeit in einer Ausbildung für Betreuungs- und Pflegeberufe befinden. Rund 2.239 Personen absolvieren derzeit eine solche Ausbildung. 9.832 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind insgesamt im Bereich der Betreuung und Pflege tätig. Auch bei den leerstehenden Betten aufgrund Personalmangels sind die Zahlen weiterhin rückläufig.
Das wird 2026 neu:
- Ausbildungsoffensive für Betreuungs- und Pflegefachkräfte:
- Moderne und flexible Ausbildung: Ausbau digitaler und hybrider Ausbildungsformen – die Altenbetreuungsschule des Landes Oberösterreich bietet ab Frühling alle Ausbildungen in digitaler Form an
- Fokus auf junge Menschen: Ausbau der Pflegelehre, FSB-A-Ausbildungsstart ab 15 Jahren möglich
- Weitere Verbesserung von Arbeitsbedingungen in Alten- und Pflegeheimen:
- Erstellung eines definierten Versorgungsauftrags der Alten- und Pflegeheime: Fokus auf Kernkompetenzen und Verbesserung der Kommunikation mit den Angehörigen
- Stärkung und Unterstützung von Führungskräften:
- Stärkung der Führungskräftekompetenz durch standardisierte Führungskräftelehrgänge
- Heimleiterausbildung in Oberösterreich:
- Die Ausbildung zur Heimleitung erfolgte in den letzten Jahren in Kooperation mit der FH Kärnten. Mit Herbst diesen Jahres soll diese Ausbildung nun an der FH Oberösterreich angeboten werden.
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Neues Image der Betreuung und Pflege
Die oö. Pflege- und BetreuungsManagement GmbH hat im Frühjahr 2025 die Arbeit aufgenommen. Mit der Entwicklung der neuen Marke ALTER OÖ, der neuen Werbekampagne sowie der neuen Beratungsstelle wurden die ersten Meilensteine im vergangenen Jahr gelegt. Diese Maßnahmen zur Personalgewinnung werden konsequent fortgesetzt und damit ein neues Image der Betreuung und Pflege etabliert.
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Ausbildungsoffensive
Mit einer Zahl von 2.239 Personen befanden sich im Jahr 2025 so viele Personen wie noch in einer Pflege- und Betreuungsausbildung. Mit insgesamt 84 Lehrgänge und 1878 zusätzlichen Ausbildungsplätzen im Bereich der Betreuung und Pflege wird darüber hinaus 2026 ein absoluter Höchststand erreicht.
SCHWERPUNKT II: Neue Betreuungsformen und Planungsgrundlagen
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Betreuungsarchitektur 2040: Präsentation und Pilotierung von Modellen der Betreuung und Pflege der Zukunft
Im vergangenen Jahr wurde ein breiter Prozess zur Entwicklung einer neuen Betreuungsarchitektur gestartet, um Oberösterreich auf den Anstieg an pflegebedürftigen Personen in den nächsten Jahren vorzubereiten. Im heurigen Frühjahr soll diese präsentiert werden. Im Zentrum der Betreuungsarchitektur steht eine stufenweise, bedarfsorientierte Versorgung unter dem Leitsatz: „So viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Unterstützung wie nötig.“ Dabei wird großer Wert auf die Verbindung von Eigenverantwortung, individueller Selbstbestimmung, familiären und nachbarschaftlichen Netzwerken sowie professionellen Angeboten gelegt. Damit wird dem Wunsch der älteren Menschen in Oberösterreich nachgekommen: 81 Prozent der älteren Menschen möchten ihren Lebensabend zuhause in vertrauter Umgebung verbringen.
Im Zentrum der neuen Betreuungsarchitektur steht die Weiterentwicklung der Gesellschaft hin zu einer „Sorgenden Gemeinschaft“. Zentrale Bedeutung kommt dabei der Vernetzung bestehender Initiativen zu. Im Jahr 2026 sollen bis zu 30 solcher sorgenden Gemeinschaften landesweit etabliert werden. Das Regionalmanagement OÖ soll die Gemeinden dabei unterstützen.
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Bedarfs- und Entwicklungsplan: Neugestaltung einer dynamischen Planung
Der Bedarfs- und Entwicklungsplan wird im Jahr 2026 unter Einbeziehung der Regionalen Träger Sozialer Hilfen (RTSH) grundlegend neu gestaltet und als dynamisches Planungsinstrument weiterentwickelt. Grundlage dafür bilden Datengrundlagen der Betreuungsarchitektur mit einem Planungshorizont bis 2040, wobei die Berechnungen auf Bezirks- und Landesebene bzw. erstmals anhand von sechs Planungsregionen bezirksübergreifend erfolgen. Aufbauend auf den Ergebnissen der Betreuungsarchitektur 2040 wird der bisherige Versorgungsmix angepasst und das Leistungsspektrum gezielt erweitert. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Stärkung pflegender Angehöriger, einer bedarfsgerechten Steuerung sowie auf Prävention durch Eigenverantwortung. Darüber hinaus fließen zukünftige technologische und gesellschaftliche Entwicklungen ebenso in die Planung ein wie die Integration von Angeboten aus den Bereichen Hospiz und Demenzbetreuung.
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Bereichsübergreifende Ausbildungsplanung
Die Bereiche Gesundheit, Altenpflege und Behindertenhilfe weisen zahlreiche inhaltliche und strukturelle Schnittstellen auf. Vor diesem Hintergrund ist es zielführend, die Planung der zukünftigen Ausbildungsbedarfe sowie die Weiterentwicklung der Ausbildungskoordinierung gemeinsam zu betrachten. Durch ein abgestimmtes Vorgehen können Synergien genutzt, Doppelstrukturen vermieden und die Ausbildungslandschaft insgesamt effizienter und bedarfsgerechter gestaltet werden.
SCHWERPUNKT III: Innovation und Digitalisierung
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Erweiterung von ALTER OÖ
Wie bereits erwähnt wurde mit der Gründung von ALTER OÖ (oö. Pflege- und BetreuungsManagement GmbH) im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit Gemeinde- und Städtebund ein neues organisatorisches Fundament zur Unterstützung der Sozialhilfeverbände (SHV) geschaffen. Die Schwerpunktsetzung wird neben der Personalgewinnung im Jahr 2026 planmäßig erweitert – die Digitalisierung soll im Bereich der Betreuung und Pflege vorangetrieben werden.
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Weiterentwicklung der mobilen Dienste
Ein zentrales Ziel des Sozialressorts des Landes OÖ ist es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Betreuung und Pflege von organisatorischen und bürokratischen Aufgaben zu entlasten – und damit mehr Zeit für die Arbeit am Menschen zu schaffen. Daher wurde in den vergangen Jahren bereits im stationären sowie mobilen Bereich die Pflegedokumentationen vereinfacht – mit dem Ergebnis, dass der Dokumentationsaufwand dort erheblich reduziert werden konnte. Zahlreiche Trägerorganisationen haben zum Teil bereits auf die digitale Pflegedokumentation umgestellt, andere sind aktuell noch dabei das zu tun. Bis Ende 2026 soll die Implementierung der neuen Pflegedokumentation in allen Organisationen abgeschlossen sein.
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Das Heim der Zukunft
Auch im stationären Bereich leistet die Digitalisierung einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung des Pflegepersonals und zur Qualitätssteigerung in der Betreuung. Durch die flächendeckende Einführung der digitalen Pflegedokumentation sowie die vollständige Anbindung aller Alten- und Pflegeheime an ELGA sollen im Laufe des Jahres weitere Schritte zum „Heim der Zukunft“ gesetzt werden, um mehr Zeit für die Betreuung und Pflege der Menschen zu schaffen. Ergänzend dazu soll eine landesweite, einheitliche, digitale Darstellung der Wartelisten etabliert werden, die für mehr Transparenz sorgt und einen besseren Überblick über verfügbare Pflegekapazitäten ermöglicht. Damit wird nicht nur die Steuerung im System erleichtert, sondern auch die Planungssicherheit für Betroffene, Angehörige und Träger nachhaltig verbessert.
