Aktuelles.

Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr
Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr

Klare Regeln, mehr Eigenverantwortung: Neues Sozialhilfe-Ausführungsgesetz im Oö. Landtag beschlossen

Oberösterreich verschärft Sozialhilfe – Eigenverantwortung und Mitwirkungspflicht im Zentrum

Am Donnerstagabend wurde im Zuge des Budgetlandtags die Novelle des Oberösterreichischen Sozialhilfe-Ausführungsgesetzes im Landtag beschlossen. Das neue Gesetz bringt spürbare Verschärfungen und stellt klar: Sozialhilfe ist eine Überbrückung in Notsituationen – kein dauerhaftes Versorgungsmodell.

„Sozialhilfe ist Hilfe zur Selbsthilfe, kein Lebensmodell. Wer auf Unterstützung angewiesen ist, bekommt sie – aber wir erwarten auch, dass Menschen aktiv an der Verbesserung ihrer Situation mitwirken. Wer nicht dazu bereit ist und das System ausnutzen will, muss mit Konsequenzen rechnen.“

– Sozial-Landesrat Dr. Christian Dörfel

Die zentralen Änderungen im Überblick:

  • Verpflichtende Maßnahmenplanung ab dem ersten Tag
    Bereits bei Antragstellung wird ein individueller Maßnahmenplan erstellt – etwa zur Teilnahme an Deutschkursen, zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation oder zur Integration in den Arbeitsmarkt. Die Umsetzung ist verpflichtend und Teil der neuen Bemühungspflicht.
  • Verschärfte Sanktionen bei Pflichtverstößen
    Bei Verstößen gegen die Bemühungspflicht gibt es künftig nur mehr zwei Sanktionsstufen: 30 % und 50 % Kürzung der Leistungen. Wird dauerhaft nicht mitgewirkt, kann die Sozialhilfe wie bisher vollständig eingestellt werden.
  • Reduzierte Einstiegshilfe bei Erstantrag oder Wiedereinstieg
    Um eine Umgehung von Sanktionen durch wiederholte Neuanträge zu verhindern, wird bei erstmaliger Antragstellung oder nach Leistungspausen zunächst nur 50 % der Sozialhilfe ausbezahlt. Erst bei glaubhafter Mitwirkung – z. B. durch Teilnahme an Integrations- oder Sprachmaßnahmen – erfolgt eine Aufstockung.
  • Verantwortung von Eltern
    Die Verantwortung der Eltern im Rahmen der Schul- und Kindergartenpflicht wird mit einer neuen Zielbestimmung verdeutlicht. Leistungen der Sozialhilfe müssen dem Zweck nach für die Entwicklungs- und Bildungschancen ihrer Kinder verwendet werden.

 

Verbesserter Datenaustausch mit AMS & Behörden

Ein schnellerer Informationsfluss zwischen den zuständigen Stellen soll helfen, Missbrauch zu vermeiden und Integrationsmaßnahmen besser zu steuern.

Diesen Beitrag teilen

Weitere Themen

Wiener Auszeit-WG kann nur ein erster Schritt sein

Bund muss endlich einen wirksamen Rechtsrahmen für straffällige Unmündige schaffen Der Start der Wiener Auszeit-WG zeigt aus Sicht von Jugend-Landesrat Dr. Christian Dörfel, dass beim Umgang mit strafunmündigen Intensivtätern dringender Handlungsbedarf besteht. Einzelne Maßnahmen der Länder könnten jedoch keinen österreichweit einheitlichen Rechtsrahmen ersetzen. „Die …

DigiCamp 2026: Programmieren, produzieren, probieren

Jugend-Landesrat Dörfel besucht Feriencamp des Landes OÖ in Hagenberg, wo Jugendliche digitale Zukunft gestalten Beim DigiCamp 2026 des JugendService des Landes Oberösterreich erwerben Jugendliche zwischen 11 und 14 Jahren praxisnahe Digitalkompetenzen – von der Programmierung eigener Apps und Games bis zum Bau von Robotern. …

Inklusives Oberösterreich holt Menschen mit Behinderungen in die Mitte der Gesellschaft

Oberösterreich stärkt die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in den zentralen Lebensbereichen Arbeit, Wohnen und Ehrenamt   In diesem Monat wird weltweit auf die Rechte, Leistungen und gesellschaftliche Vielfalt von Menschen mit Behinderungen aufmerksam gemacht. Oberösterreich gilt dabei als Vorreiter und verfolgt ein klares …
Foto: Land Steiermark / Resch

Endlich vom Reden ins Tun kommen: Straftaten müssen auch für unter 14-Jährige Konsequenzen haben

Angesichts der steigenden Kinder- und Jugendkriminalität fordert Jugend-Landesrat Dr. Christian Dörfel den Bund auf, endlich konkrete gesetzliche Maßnahmen zu setzen. Die jüngsten Vorschläge des Justizministeriums könnten dabei nur ein erster Schritt sein. „Unser Rechtsstaat darf nicht länger zusehen, wenn immer jüngere Täter strafbare Handlungen …

Umsetzung der Betreuungsarchitektur 2040 im Bezirk Freistadt beginnt: „Wohnen im besten Alter“ in Unterweißenbach schafft moderne Wohnform für ältere Menschen

Direkte Anbindung an das Bezirksseniorenheim schafft ideale Voraussetzungen für bedarfsgerechte Betreuung und Pflege Im Ortszentrum von Unterweißenbach soll auf einer rund 3.000 Quadratmeter großen Fläche nach dem Modell der WSG unter dem Titel „Wohnen im besten Alter“ ein zukunftsweisendes Wohnprojekt mit 22 barrierefreien Wohnungen …

Neues Tageszentrum in Andorf ergänzt bestehende Betreuungsmodelle und schafft Entlastung von pflegenden Angehörigen

In Anwesenheit von Sozial-Landesrat Dr. Christian Dörfel, dem Obmann des Sozialhilfeverbandes Schärding Dr. Florian Kolmhofer und dem Andorfer Bürgermeister Karl Buchinger wurde Anfang Juli das neue Tageszentrum in Andorf offiziell eröffnet. Die barrierefreien Räumlichkeiten befinden sich im Erdgeschoss des Bezirksalten- und Pflegeheimes und bieten …
Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr
Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr
Zum Inhalt springen