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Land OÖ/Peter Mayer
Mit dem Ausbauprogramm von Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung für die Jahre 2026/27 wird der Schwerpunkt auf „passgenaues Wohnen“ gelegt.

Passgenaues Wohnen für Menschen mit Beeinträchtigung

Präsentation des neuen Ausbauprogrammes 2026/27

 

„Menschen mit Beeinträchtigung sollen in Oberösterreich ein Leben in Würde und möglichst selbstbestimmt führen können. Ich habe bereits bei meinem Amtsantritt betont, dass das ein zentrales Thema für uns ist – und das gilt auch weiterhin. Mit unserem konsequenten Ausbauprogramm für Wohnplätze setzen wir genau dort an, wo Unterstützung notwendig ist, und geben gleichzeitig Raum für persönliche Entfaltung. Jeder neue Wohnplatz bedeutet mehr Teilhabe, mehr Sicherheit für die Familien und ein deutliches Signal: Wir übernehmen Verantwortung und gestalten ein inklusives Oberösterreich, in dem alle Menschen gut aufgehoben sind.“

– Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer

 

„Als wirtschaftlich starkes Bundesland haben wir eine besondere soziale Verantwortung, vor allem gegenüber Menschen mit Beeinträchtigung. Mit dem neuen Ausbauprogramm kommen wir dieser Verantwortung nach und setzen unseren konsequenten Weg fort. Der Schwerpunkt liegt auf passgenauen Wohnplätzen, die so viel Betreuung wie notwendig, aber auch so viel Freiraum wie möglich, sicherstellen. Unser Anliegen ist eine verstärkte Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung an der Gesellschaft. Damit geben wir auch den Familien Sicherheit, dass ihre Angehörigen in Zukunft gut aufgehoben sind.“

– Sozial-Landesrat Dr. Christian Dörfel

 

„Passgenaues Wohnen wird bei pro mente OÖ immer schon gelebt. Wir unterstützen Menschen mit Beeinträchtigungen dabei, Schritt für Schritt ihre eigenen Fähigkeiten wieder zu entdecken und so selbstständig wie möglich zu leben. Das bedeutet auch, Bewohner von vollbetreuten Wohnhäusern, die weniger Betreuungsleistung benötigen, individuell und bedarfsgerecht wieder aus der Vollbetreuung hinauszubegleiten. Damit werden Selbstständigkeit und Selbstwertgefühl gefördert und gleichzeitig auch Möglichkeiten für jene geschaffen, die eine Vollbetreuung ganz dringend benötigen.“

– Regionalleiterin Zentralraum Linz pro mente OÖ Raphaela Just

 

Soziale Stärke durch wirtschaftliche Kraft: Ausbauprogramm von Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung wird konsequent fortgesetzt

Seit 2017 verfolgt das Land mit dem von Landeshauptmann Thomas Stelzer initiierten Ausbauprogramm von Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung eine klare Strategie. Auch in herausfordernden Zeiten führt Oberösterreich den eingeschlagenen Weg beim Ausbau von Wohnplätzen konsequent fort.

Mit den Ausbauprogrammen zwischen 2017 und Ende 2025 wurden bzw. werden insgesamt 800 neue Wohnplätze geschaffen (20 davon werden im Jahr 2026 noch fertiggestellt), weitere 200 Plätze werden mit dem neuen Programm realisiert. Damit schafft das Soziale Oberösterreich im Schnitt rund 100 neue Wohnplätze pro Jahr und leistet so einen wichtigen Beitrag zu mehr Teilhabe und Lebensqualität. Mit dem Ausbauprogramm 2026/27 wird nun ein weiterer Meilenstein im Bereich Wohnen & Inklusion gesetzt. Seitens des Sozialressorts stehen dafür rund 3,16 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung.

Ziel ist es, für Menschen mit Beeinträchtigung genau jene Betreuung sicherzustellen, die sie individuell benötigen. Das bedeutet auch, dass Personen, die keine vollbetreute Wohneinrichtung mehr brauchen, in eine andere passende Form der Betreuung wechseln können. Dadurch werden Plätze für jene frei, die diese intensive Unterstützung tatsächlich benötigen. Der Schwerpunkt des Ausbauprogramms 2026/27 liegt daher auf „passgenauem Wohnen“ – Wohnformen, die sich an den Bedürfnissen der Bewohner orientieren und gleichzeitig Raum für persönliche Entwicklung eröffnen.

 

 

Quelle: Abteilung Soziales

 

In Kürze:

·         Oberösterreich ist bei der Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung Vorreiter. Neben der aktiven Teilhabe am Arbeitsmarkt betrifft das insbesondere die Angebote im Bereich der Wohnplätze. Das Ausbauprogramm von Thomas Stelzer legt daher einen Schwerpunkt auf die Schaffung von Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung.

·         Schwerpunkt im kommenden Programm liegt auf dem „passgenauen Wohnen“, bei dem Kund/innen aus vollbetreuten Wohneinrichtungen in alternative Wohnformen wechseln können und somit mehr Selbstbestimmung haben. Die vollbetreuten Einrichtungen werden damit für jene frei, die einen verstärkten Betreuungsbedarf haben.

·         Derzeit stehen in Oberösterreich insgesamt 4.893 Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung zur Verfügung. Mit dem neuen Ausbauprogramm wird somit erstmals die Marke von 5000 Wohnplätzen überschritten.

 

Betreuung anhand zeitgemäßer Standards und innovativer Ansätze

Von April bis Mitte August konnten die Partnerorganisationen in der Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigung für 111 der in Summe 200 zusätzlichen Plätzen des Ausbauprogrammes 2026/27 ihre Konzepte für die Umsetzung neuer Betreuungsplätze einreichen. Von den genannten 111 Plätzen entfallen 99 Plätze auf die Schwerpunkte „passgenaues Wohnen“ und inklusive Wohnassistenz sowie 12 Plätze auf eine niederschwellige Suchteinrichtung für junge Erwachsene.

 

 

Passgenaues Wohnen als Schwerpunkt – 73 Menschen wechseln aus voll- in teilbetreute Wohnformen

Mit der Umsetzung dieser neuen Angebote können 73 Menschen, die derzeit in vollbetreuten Wohneinrichtungen leben, in eine für sie passendere Form der Betreuung wechseln. Dies ermöglicht nicht nur mehr Selbstständigkeit und individuelle Entwicklung für die Betroffenen, sondern schafft zugleich Kapazitäten in den vollbetreuten Einrichtungen. Die dadurch freiwerdenden Plätze stehen künftig wieder jenen Menschen mit Beeinträchtigung zur Verfügung, die diese intensive Betreuung tatsächlich benötigen.

 

 

Weitere Aufteilung der Wohnplätze:

  • Erweiterung inklusiver Wohnviertel: Dabei werden unterschiedliche Wohnformen in einem Wohnverbund oder in einer eigenen Wohnanlage (bspw. der bereits fertig gebaute inklusive Stadtteil Linz-Wegscheid, Wohnprojekt Steyr-Tabor, St. Georgen im Attergau) mit 21 Wohnplätzen erweitert
  • Niederschwellige Angebote für Menschen mit Suchterkrankung: 12 Plätze entstehen für Menschen mit Folgewirkung von Suchterkrankungen.
  • Kinder und Jugendliche mit besonderes herausforderndem Verhalten: Zudem entstehen 8 Plätze für Kinder und Jugendliche, die eine intensive 24/7-Betreuung benötigen. Diese Plätze entstehen in familienähnlichen Strukturen, um sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und zu stabilisieren.
  • Integrative Plätze in Pflege- und Altenheimen: Da die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohneinrichtungen zunehmend älter werden, muss auch die Betreuung laufend angepasst und weiterentwickelt werden. Im Ausbauplan wird dieser Entwicklung besondere Aufmerksamkeit geschenkt. So werden zusätzliche integrative Plätze in Pflege- und Altenheimen Insgesamt entstehen dafür 29 neue Plätze
  • Erweiterung bestehender Wohneinrichtungen: Weitere 31 Plätze entstehen durch die Erweiterung bestehender Wohneinrichtungen. Dabei sollen in unmittelbarer Nähe zusätzliche Wohnformen entstehen, mit einem starken Fokus auf teilbetreute bzw. begleitete Wohnangebote.

 

Verteilung der Wohnplätze nach Regionen

Der Bedarf an neuen Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigungen ist je nach Region unterschiedlich. Anhand dieser unterschiedlichen Bedarfe werden die Wohnplätze folgendermaßen landesweit verteilt:

Pro mente OÖ: Gezielte Unterstützung bei Übergang von der Voll- in die Teilbetreuung

Da der Wechsel in die Teilbetreuung für Bewohner sehr herausfordernd sein kann, unterstützt die pro mente OÖ  in ihren Einrichtung hier ganz gezielt und hat unter wissenschaftlicher Begleitung konkrete Erfolgsfaktoren erhoben: „Erstens, Kontinuität in der Betreuung, Zeit und gute Planung, zweitens, stufenweise Umstellung bezüglich der Unterstützung in der Nacht, drittens, vermehrte Aufmerksamkeit auf Reflexion und Austausch in den ersten Wochen der Umstellung, viertens, Schulung für die Mitarbeiter bezüglich Wiedererlangen von Selbständigkeit sowie fünftens, Ernstnehmen, Einbinden und Mitnehmen der Angehörigen und/oder Erwachsenenvertretungen. Für uns gilt, Menschen individuell und ressourcenorientiert zu betreuen und sie je nach ihren vorhandenen Fähigkeiten zu fördern aber auch zu fordern.“, so die Regionalleiterin Zentralraum Linz der pro mente OÖ Raphaela Just.

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