Aktuelles.

Zentrales Ziel der neuen Pflegedokumentation ist die Entlastung von Pflegekräften durch Reduzierung des bürokratischen Aufwandes. v.l.: Vorsitzender der ARGE Mobile Pflege Mag. Thomas Märzinger, Projektleiterin Rotes Kreuz Mirna Doppelhofer, AK-Präsident Andreas Stangl und Sozial-Landesrat Dr. Christian Dörfel.

Digitale Pflegedokumentation entlastet mobile Dienste Weniger Bürokratie für mehr Zeit mit den Menschen

„Die mobilen Dienste sind das Rückgrat einer wohnortnahen Pflege und ermöglichen es tausenden Menschen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden in vertrauter Umgebung zu leben. Mit der Digitalisierung und Entbürokratisierung investieren wir gezielt in die Stärkung dieser unverzichtbaren Versorgungsform – zum Wohle der Pflegebedürftigen und zur Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Vereinfachung der Pflegedokumentation ist ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung. Der nächste Schritt ist die flächendeckende Digitalisierung der Pflegedokumentation.

Ziel muss es sein, dass wir die Betreuungs- und Pflegekräfte von bürokratischen und organisatorischen Aufgaben entlasten und damit Zeit schaffen, dass sie jener Tätigkeit nachkommen können, weshalb sie sich für den Pflegeberuf entschieden haben – nämlich für die Arbeit mit den Menschen.“

  – Soziallandesrat Dr. Christian Dörfel

 

 

„Digitalisierung ist gestaltbar. Das haben wir mit diesem Projekt, das wir über unseren AK-Zukunftsfonds eng begleitet und mit 75.000 Euro gefördert haben, eindrucksvoll bewiesen. Nicht umsonst finden die Ergebnisse mittlerweile österreichweit Beachtung. Mit der jetzt vorliegenden digitalen Pflegedokumentation für mobile Dienste ist sichergestellt, dass sich die betroffenen Organisationen in Zukunft besser abstimmen und Doppelgleisigkeiten vermieden werden können. Mehr als 2.000 Beschäftigte, die in diesem Bereich arbeiten, profitieren davon.“

– Präsident Arbeiterkammer OÖ Andreas Stangl

 

„Technik soll dazu da sein, um das Leben der Menschen zu verbessern. Die neue Pflegedokumentation soll Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spürbar entlasten. Sie gewinnen mehr Freiraum, um sich auf das zu konzentrieren was wirklich zählt – den Menschen. Dadurch profitieren alle: unsere Teams, die Patientinnen und Patienten sowie das ganze Gesundheitssystem. So schaffen wir gemeinsam bessere Rahmenbedingungen.“

 

– OÖ. Rotes Kreuz, Landesgeschäftsleiter-Stellvertreter & Vorsitzender ARGE Mobile Pflege Dir. Mag. Thomas Märzinger

 

 

Mehr Zeit für die Betreuung und Pflege durch vereinfachte Pflegedokumentation

 

Ein zentrales Ziel des Sozialressorts des Landes OÖ ist es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege und Betreuung von organisatorischen und bürokratischen Aufgaben zu entlasten – und damit mehr Zeit für die Arbeit am Menschen zu schaffen. Daher wurde in den vergangen Jahren bereits im stationären Bereich die Pflegedokumentation vereinfacht – mit dem Ergebnis, dass der Dokumentationsaufwand dort erheblich reduziert werden konnte.

Ein bedeutender Schritt in diese Richtung wurde mit der Umsetzung des Projekts „Pflegedokumentation neu denken“ nun auch im Bereich der mobilen Pflege gemacht. Dieses wurde seitens des Sozialressorts des Landes Oberösterreich, der Arbeiterkammer Oberösterreich sowie der ARGE Mobile Betreuung und Pflege OÖ umgesetzt und im Frühjahr dieses Jahres erfolgreich abgeschlossen. Damit konnte ein weiterer zentraler Punkt der Fachkräftestrategie Pflege des Landes OÖ realisiert werden.

Im Rahmen des Projekts wurden die bisherigen Dokumentationsprozesse aller Trägerorganisationen, die mobile Dienste anbieten, umfassend analysiert, verschlankt und vereinheitlicht. Das zweijährige Projekt wurde zu gleichen Teilen vom Sozialressort des Landes OÖ und der Arbeiterkammer OÖ finanziert.

Als Ergebnis dieses Projekts wurde ein umfassendes Handbuch mit Empfehlungen erstellt, welches den Organisationen als Hilfestellung für die Umsetzung der neuen vereinfachten Pflegedokumentation zur Verfügung steht. Darüber wurden 89 Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegekräfte als Multiplikatoren geschult, um die neue Pflegedokumentation in ihren Organisationen zu etablieren.

Die Trägerorganisationen haben zum Teil bereits auf die neue Pflegedokumentation umgestellt, andere sind aktuell noch dabei das zu tun. Bis Ende 2026 soll die Implementierung der neuen Pflegedokumentation in allen Organisationen abgeschlossen sein.

 

Zahlen zur mobilen Pflege:

·         Im Jahr 2024 waren 12 Trägerorganisationen in Oberösterreich im Bereich der mobilen Dienste tätig (u.a. Rotes Kreuz, Volkshilfe, Hilfswerk, Caritas, Arcus)

·         Etwa 20.000 pflegebedürftige Menschen werden derzeit mit den mobilen Diensten zu Hause in vertrauter Umgebung versorgt

·         Rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Bereich der Betreuung und Pflege in mobilen Diensten

·         Für das Jahr 2025 werden seitens des Sozialressorts des Landes OÖ 54,7 Millionen Euro für die mobile Pflege/Hauskrankenpflege zur Verfügung gestellt

·         Alleine im ersten Halbjahr 2025 waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der mobilen Dienste bereits rund 710.000 Stunden im Einsatz

 

Einheitliche Prozesse sorgen für spürbare Entlastung

Die Dokumentation wurde insgesamt verschlankt:  Festgehalten werden nur noch notwendige pflegerische Maßnahmen, medizinische Anordnungen sowie relevante Auffälligkeiten. Auf nichtssagende Einträge wie „Dem Klienten geht es gut“ oder die detaillierte Erfassung von Routinetätigkeiten wird künftig verzichtet. Pflegevisiten und  standardisierte Protokolle sorgen zusätzlich für mehr Qualität und Sicherheit. Der Fokus liegt auf den wesentlichen Pflegediagnosen, standardisierten Formularen und reduzierter Bürokratie. Weniger Dokumentation bedeutet mehr Freiraum für professionelles Handeln der Mitarbeitenden und für die direkte Betreuung der Klientinnen und Klienten.

Zudem werden alle Formulare überarbeitet und vereinheitlicht, um Übersichtlichkeit und Effizienz in der täglichen Arbeit zu gewährleisten.

 

Zentrale Vorteile der neuen Pflegedokumentation:

·         Die Reduzierung des Dokumentationsaufwands nach dem Prinzip „Weniger ist mehr“ erleichtert die Arbeit des Betreuungs- und Pflegepersonals erheblich.

·         Zudem trägt eine strukturierte und systematische Dokumentation zur Qualitätssicherung bei, da sie die Pflege messbar, evaluierbar und kontinuierlich verbesserbar macht.

·         Da alle Informationen durch die neue Pflegedokumentation nachvollziehbar festgehalten werden, können Ärzte, Pflegekräfte und andere Berufsgruppen leichter und effizienter miteinander kommunizieren.

·         Auch neue Mitarbeitende sowie Auszubildende profitieren von dieser Standardisierung, da sie eine erleichterte Einschulung und bessere Orientierung im Arbeitsalltag ermöglicht.

 

 

Digitalisierung stärkt Effizienz

In einem nächsten Schritt wird die neue Pflegedokumentation, die derzeit teilweise noch in analoger Form durchgeführt wird, flächendeckend digitalisiert werden. Im Laufe des nächsten Jahres wird daher durch alle Träger der mobilen Dienste die Digitalisierung der Pflegedokumentation erfolgen. Ziel ist die flächendeckende Implementierung sowie ein systematischer Erfahrungsaustausch zwischen den Organisationen, um die Pflegequalität kontinuierlich zu steigern. Für die Jahre 2025 und 2026 stehen dafür rund 1,5 Millionen Euro seitens des Landes OÖ und den Gemeinden zur Verfügung.

 

AK-Präsident Stangl: „Digitalisierung ist gestaltbar. Das haben wir mit diesem Projekt aus unserem AK-Zukunftsfonds eindrucksvoll bewiesen“

 

Die Pflegedokumentation und die damit verbundene Bürokratie wurden als belastend und zeitraubend erlebt. „Für uns war es daher wichtig, nicht nur Kritik zu üben, sondern auch an konkreten Lösungen zu arbeiten“, so Präsident Stangl. Deshalb wurde damals ein Pilotprojekt in der stationären Pflege im Pflegeheim Sonnenhof in Linz ins Leben gerufen. Aufbauend darauf wurden im Laufe der Jahre schließlich alle Alten- und Pflegeheime in unserem Bundesland unter der laufenden Begleitung durch die AK OÖ miteinbezogen. Und weil sich die digitale Pflegedokumentation in den Heimen so gut bewährt hat, ist sie nun auf die mobilen Dienste ausgeweitet worden. „Alles, was den Beschäftigten in ihrem ohnehin belastenden Arbeitsalltag hilft, ist zu unterstützen“, sagt AK-Präsident Stangl.

 

Bei der heute präsentierten digitalen Pflegedokumentation für mobile Dienste wurde etwa der Arbeitsaufwand nach dem Prinzip „Weniger ist mehr“ reduziert, was die Arbeit des Pflegepersonals erleichtert. „Vorrangig ist, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlastet werden. Auch neue Mitarbeitende sowie Auszubildende profitieren bei der Einschulung von dieser Standardisierung, da sie eine bessere Orientierung im Arbeitsalltag ermöglicht. Um die Betriebsrät:innen gut einzubinden, wurde auf unsere Initiative ein sogenanntes Soundingboard in der Projektstruktur etabliert“, so AK-Präsident Stangl.

 

Langfristig gesehen könnte nun das einheitliche System der digitalen Pflegedokumentation auch Teil der Ausbildung werden. Dadurch haben die angehenden Pflegekräfte gleiche Standards und müssen nicht mehr unterschiedliche Systeme erlernen. „Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Arbeitgeber wechseln, können sie dann nach bewährten Regeln die digitale Pflegedokumentation erledigen“, sagt Präsident Stangl.

 

 

Was ist eigentlich der Zukunftsfonds der Arbeiterkammer Oberösterreich?

Mit ihrem Zukunftsfonds fördert die AK Projekte in oberösterreichischen Betrieben, Organisationen oder Vereinen, die den Mitarbeiter:innen helfen, die Herausforderungen durch die rasante Digitalisierung der Arbeitswelt zu bewältigen. „Die Digitalisierung muss allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nützen. Deshalb fördern wir als Interessenvertretung Projekte, die unseren Mitgliedern zu Gute kommen“, so Stangl.

Insgesamt 218 Zukunftsfonds-Projekte wurden bisher gestartet. 12 Millionen Euro hat die AK OÖ dabei an Förderungen in die Hand genommen. 97.000 AK-Mitglieder wurden dadurch erreicht. Eines dieser Projekte ist die heute präsentierte digitale Pflegedokumentation für mobile Dienste.

 

Alle Infos zum AK-Zukunftsfonds unter: oe.arbeiterkammer.at/arbeitmenschendigital

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